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01.09.2020 aus 
Campus + Stadt
Und wie ist es Ihnen ergangen?

Als Corona Magdeburg erreichte, war plötzlich alles anders: Gewohnte Abläufe mussten sich neu finden, die Arbeit von zu Hause erledigt und die Lehre online durchgeführt werden. Wie war das so für die Angehörigen der Uni Magdeburg? Was waren große Herausforderungen? Und worauf freuen sie sich, wenn die schlimmste Phase überstanden ist? Wir haben sie gefragt.

 

Zusammenrücken trotz der Ferne.

Dr. Stefan Kupfer, Wissenschaftlicher Mitarbeit an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft 

Dr. Stefan Kupfer im Homeoffice während der Coronakrise (c) privatDr. Stefan Kupfer im Homeoffice während der Coronakrise (Foto: privat)

Mein Alltag hat sich mit einem Mal komplett verändert: Tagsüber habe ich bis Mittag die Kinderbetreuung übernommen, während meine Frau im Homeoffice gearbeitet hat. Danach habe ich bis in die Nacht meine „Schicht“ auf Arbeit übernommen. Die normalen Aufgaben wurden komplett durch neue ersetzt, weil die Lehre ad hoc komplett digitalisiert werden musste. Zwischen neuen Lehrkonzepten und dem eigenen Qualitätsanspruch an Forschung und Lehre kein leichter Spagat.

Auch die Organisation im Team musste neu aufgestellt und digitalisiert werden. Ich arbeite in mehreren Forschungsgruppen und in allen Teams war es das Gleiche: Wir mussten uns erstmal ausprobieren und überall gab es etwas Anderes – Dropbox hier und OneDrive dort, Skype in dem einen Team und Zoom in dem anderen, Slack vs Signal, Evernote vs OneNote, usw. Da kommt man ganz schön rum. Am Lehrstuhl hat uns Trello am meisten geholfen, weil wir dort immer unsere Aufgaben im Blick haben und wissen, woran die anderen arbeiten. Der Austausch von Informationen war extrem wichtig. Das hat aus meiner Sicht auch innerhalb der Uni sehr gut funktioniert.

Über den Personalnewsletter habe ich mich gut informiert gefühlt und es war immer klar, was die aktuellen Schritte sind und wie der weitere Plan ist. Das Gleiche gilt auch für die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Es wurde versucht die anstehenden Aufgaben und Probleme zu erkennen, zu organisieren und bestmöglich zu lösen. Das wir dazwischen trotzdem noch improvisieren mussten ist bei so einer Ausnahmesituation ja klar.

Trotz der Ferne durch Social Distancing, habe ich das Gefühl, die Gesellschaft ist wieder ein Stück zusammengerückt. Es muss nicht mehr alles sofort passieren und perfekt sein. Es gibt auch mehr Verständnis für Familien mit Kindern und dafür, dass die Kleinen ein gutes Gespür dafür haben wann ein guter Zeitpunkt ist in die Videokonferenz zu platzen. Das bleibt hoffentlich erhalten, wenn die Routine des ganz normalen Arbeitsalltags wieder einkehrt, auf die ich mich schon freue und mehr zu schätzen weiß: Den Kontakt zu den Kollegen_innen und die Konferenzen und Workshops mit anderen Forschern, um Ideen auszutauschen und neue Projekte wieder voranzutreiben.

 

Corona? Bitte nicht nochmal!

Silke Springer, Verantwortliche für das Betriebliche Gesundheitsmanagement

Für mich war die Zeit des Lockdowns definitiv mehr als eine Herausforderung. Wer neben dem Homeoffice noch zwei Kinder, darunter eine Siebenjährige, unterrichten und betreuen muss, weiß wovon ich spreche. Darum war ich sehr froh, dass wir an der Uni die Möglichkeit der Kinderbetreuungstage hatten – das war auf jeden Fall eine deutliche Erleichterung.

Silke Springer vor der Mensa auf dem Campus der Uni Magdeburg (c) Jana Dünnhaupt Uni MagdeburgSilke Springer vor der Mensa auf dem Campus der Uni Magdeburg (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Einen „normalen“ Arbeitstag gab es ab der Corona-Zeit für mich nicht mehr. Wenn ich nicht zuhause zwischen Kinderbetreuung, Homeschooling und Videokonferenzen gewechselt habe, dann habe ich in Absprache mit meiner Kollegin das Büro in im Schichtbetrieb genutzt, um dennoch irgendwie mein Arbeitspensum zu schaffen. Meine Arbeit richtete sich in den ersten Wochen vor allem nach den Corona-Verordnungen. Da die Einschränkungen immer präsenter wurden, musste ich die meisten der fürs Sommersemester geplanten Weiterbildungen und Kurse oder auch den Willkommenstag für die neuen Beschäftigten, absagen. Außerdem kümmerte ich mich größtenteils um Aufgaben die Corona-bezogene Kommunikation beinhaltete, wie Absprachen mit dem Bereich Arbeitssicherheit und Teilnahme an den Sitzungen des Krisenstabs. Also zusammenfassend: Alles rund um Corona!

Die Freizeit gestaltete sich allerdings deutlich vielfältiger, denn ich war sehr viel mit meiner kleinen Tochter in der Natur unterwegs. Da es keine Möglichkeiten gab, Freunde zu treffen oder auf den Spielplatz zu gehen, mussten wir unsere Nachmittage anderweitig rumbekommen. Neben unseren Erkundungstouren in der Natur, haben wir unsere Tage recht vielfältig genutzt: Wir haben den Balkon bepflanzt und Blumen im Innenhof ausgesät, ich habe meiner großen Tochter die Haare geschnitten und gefärbt, meine Französisch-Kenntnisse mithilfe der Hausaufgaben aufgefrischt und vieles, vieles mehr.

Luise, die Tochter von Silke Springer, mit Homeschooling-Wiesen-Poster (c) privatLuise, die Tochter von Silke Springer, mit Homeschooling-Wiesen-Poster (Foto: privat)

Abschließend bleibt die Frage, was sich während der Corona-Krise als gut herausgestellt hat und was ich beibehalten werde. Die Nutzung von technischen Tools, wie Zoom hat Meetings inhaltlich und zeitlich gestrafft, das werde ich versuchen zu integrieren. Des weiteren habe ich gelernt, dass man seine Freizeit nicht so sehr verplanen sollte, denn zu Hause sein, tut auch ab und zu ganz gut.

 

Trotz Corona geht hier die Post ab

Cornelia Ribbentrop, Leiterin der Poststelle

Cornelia Ribbentrop in der Poststelle der Uni Magdeburg (c) Jana Dünnhaupt Uni MagdeburgCornelia Ribbentrop in der Poststelle der Uni Magdeburg (Foto: Jana Dünnhaupt Uni Magdeburg)

Die Poststelle der Universität ist einer der wenigen Betriebe, in dem Homeoffice so gut wie unmöglich ist. Aus diesem Grund war es in der letzten Zeit besonders wichtig, dass meine Kolleg_innen und ich auf Abstand gehen – wortwörtlich.

Besonders wichtig war die Umstrukturierung der Hygienemaßnahmen, das hat sich an meinem Arbeitsalltag am meisten verändert. Wir haben mehrere Desinfektionsständer aufgestellt, die Abstände zwischen einander wurden erhöht und durch das mehrmalige desinfizieren der Türklinken, gelang es uns einen gewissen Sicherheitsstandard für uns alle zu generieren.

Zu der Zeit war meine größte Sorge, dass alle Mitarbeitende gleichzeitig erkranken und ein Ausfall des Betriebs die Folge wäre. Dies ist zum Glück nicht eingetreten!

Da der Betrieb in den anderen Gebäuden größtenteils eingestellt wurde, hatten wir in der Zeit Zugang zu allen Gebäuden, um eine Zustellung zu gewährleisten. Es war eine Herausforderung die Post zuzustellen, da wir erstens deutlich mehr Pakete als vorher zustellen mussten und zweitens einige Gebäude komplett geschlossen wurden.

Durch die Einschränkungen hat die Kommunikation zwar funktioniert, dennoch hätte ich mir eine frühere Absprache von manchen Informationen gewünscht.

Ich hoffe, dass eine Begrüßung ohne Abstände und mit Umarmungen bald wieder möglich sein kann.

 

Corona als Chance und Schwierigkeit

Dr. Stefan Hoerner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik 

Meine Arbeitszeit habe ich während der Coronazeit, wie die meisten Menschen, größtenteils im heimischen Office verbracht. Da ich zwei erwachsene Kinder habe und somit keine Kinderbetreuung oder Homeschooling bewältigen musste, war dies teilweise sehr angenehm für mich. Die Arbeit von zuhause lässt allerdings schnell die Grenzen zwischen Hobby und Beruf verschwimmen, es fällt einem deutlich schwerer den Arbeitstag zu beenden.

Eine große Schwierigkeit, die sich im Laufe der Krise eingestellt hatte, war die Verteidigung meiner Doktorarbeit. Da es eine deutsch-französische Promotion war und Frankreich deutlich strengere Verordnungen zur Eindämmung des Virus vorgenommen hatte, gestaltete sich die Verteidigung viel schwerer als gedacht. Letztendlich haben wir es dann in gemeinsamer Anstrengung mit der Jury doch hinbekommen, ich bin sehr froh, dass ich meine Promotion erfolgreich zu Ende bringen konnte.

Dr. Stefan Hoerner (c) Jana Dünnhaupt Uni MagdeburgDr. Stefan Hoerner (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Generell gab es in meinem Arbeitsumfeld überall Schwierigkeiten und Verzögerungen durch die Pandemie. Wir mussten unsere Forschungen teilweise ein- und umstellen. Ganze Projekte müssen nun neu geplant werden, um die Ziele trotzdem zu erreichen. Das erfordert sehr viel Kommunikation, allerdings ist die deutlich schwerer, wenn alle zuhause sind und viele Kolleg_innen oft nebenbei noch ihre Kinder betreuen müssen.

Aber: Durch die Krise ist das Teamwork zwischen meinen Kolleg_innen und mir auch deutlich gewachsen. Es hat mich sehr gefreut zu sehen, dass wir uns unter anderem in der Lehre unterstützen und sehr angenehm zusammenarbeiten. Die interne Kommunikation an der Uni funktioniert wirklich sehr gut, ich bin sehr zufrieden, wie das Krisenmanagement des Rektorats und der Krisenstab fungiert hat.

Was mir besonders Sorgen bereitet hat, war die massive Einschränkung der Freiheitsrechte wie in Frankreich und des Rechts auf informelle Selbstbestimmung in vielen Ländern wie in China. In Deutschland waren wir zum Glück nicht ganz so heftig betroffen und es zeigt sich, dass es nun auch zu Lockerungen kommt. Allerdings sollte sehr darauf geachtet werden, dass wir nach Covid-19 nicht in einer anderen Welt leben werden.

Ich hoffe, dass der Austausch von Angesicht zu Angesicht bald wieder zunimmt und ich in meine Experimente, wie gewöhnlich, in der Laborhalle durchführen kann.

 

Eine lernintensive Ausnahmesituation

Dr. Jörg Wadzack, Kanzler

In den frühen Tagen der Pandemie war die Geschwindigkeit der (politischen) Vorgaben, die sich in der Hochphase teilweise mehrmals täglich änderten, die größte Herausforderung. Sich in diesen Taktraten in der Hochschulleitung und mit den Expert_innen abzustimmen, war anstrengend und kräftezehrend, nicht zuletzt, weil im Kanzler- als auch im Rektorbüro in diesen Tagen täglich mehrere Dutzend Anfragen im Umgang mit der für alle neuen und herausfordernden Situation eingingen, die alle sachgerecht beantwortet werden wollten.

Als Hochschulleitung waren wir bemüht, klar, eindeutig und so schnell wie möglich die jeweils neuen Sachstände und Verhaltensregeln zu kommunizieren. Zentrales Medium war hierbei der Webauftritt der OVGU, der aus meiner Sicht sehr gut funktioniert hat. Die Entscheidungen der Hochschulleitung waren die gesamte Zeit davon geleitet, die Universität nicht komplett zu schließen, sondern einen reduzierten und geregelten Basisbetrieb aufrecht zu erhalten. Dieser Weg ist nicht von allen Mitarbeiter_innen begrüßt worden, da sie das Ansteckungsrisiko für sich persönlich als sehr hoch eingeschätzt haben. Hierfür habe ich durchaus Verständnis. Denn auch bei mir schwang im Hinterkopf immer ein bisschen die Sorge mit, ich könnte mich anstecken und womöglich ernsthaft erkranken.

Dr. Jörg Wadzack, Kanzler der Uni Magdeburg (c) Jana Dünnhaupt Uni MagdeburgDr. Jörg Wadzack, Kanzler der Uni Magdeburg (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Besonders groß war die Herausforderung in der Phase, in der wir den Ernstfall einer möglichen Infektion und das Herunterfahren auf einen absoluten Notbetrieb vorbereitet haben. Ein Szenario, das glücklicherweise nicht umgesetzt werden musste. Zu definieren, was die minimalen, aufrechtzuerhaltenden Kernprozesse einer Universitätsadministration sind und wie diese Prozesse mit welchem Personal im Notbetrieb ausgeführt werden können, hatte einige Gespräche erfordert und war insgesamt kein ganz einfacher Prozess. Daher möchte ich an dieser Stelle ein großes Lob an die Mitarbeiter_innen der zentralen Verwaltung aussprechen, da es uns über die gesamte Zeit gelungen ist, die Abläufe zu sichern und drängende Vorgänge in bestmöglicher Qualität abzuarbeiten. Um gleichzeitig das Infektionsrisiko so klein wie möglich zu halten, haben die Mitarbeiter_innen eine hohe Flexibilität gezeigt und in erster Linie zeitlich versetzt bzw. in anderen, freien Büros oder im mobilen Office über den virtuellen Desktop von zu Hause gearbeitet. Im Vergleich mit anderen Hochschulen finde ich persönlich, dass der Weg der OVGU richtig gewesen ist und wir die Krise gut bisher gemeistert haben.

Die anfangs vorhandene Hoffnung, es würde schnell Ruhe einkehren und man könne liegengebliebene Dinge aufarbeiten, hat sich nach meiner Wahrnehmung nur in wenigen Fällen auch wirklich realisiert. Mein Arbeitstag als solcher hat sich durch die Corona-Pandemie so gut wie gar nicht verändert, sondern ist nur durch die zusätzlich zu treffenden Entscheidungen durchaus herausfordernd ergänzt worden. Da praktisch alle Kolleginnen und Kollegen im Gebäude 04 überwiegend im Büro gearbeitet haben, sind die regulären Abläufe und Prozesse weitgehend unverändert fortgeführt worden. Die einzige wirkliche Veränderung war und ist, dass von jetzt auf gleich keine Dienstreisen mehr stattgefunden haben und alle Treffen bspw. mit meinen Kanzlerkolleg_innen oder überregionalen themenspezifischen Arbeitsgruppen und Fachveranstaltungen abgesagt wurden. Es hat dann aber nur wenige Tage gedauert bis wir derartige Treffen komplett in den virtuellen Raum verlegt hatten. Der Umgang mit Telefon- und Videokonferenz hat sich schnell eingespielt, auch wenn an einigen Stellen zunächst Technik nachgerüstet werden musste.

Die Möglichkeit, sich in kürzester Zeit über Videokonferenz zu treffen und Fragen und Inhalte diskutieren zu können, werte ich als absoluten Gewinn. Wenn ich sonst für ein zwei- oder dreistündiges Arbeitstreffen zum Teil mehrstündige Fahrzeiten hinzurechnen muss, und damit praktisch ein ganzer Tag verloren geht, und darüber hinaus die Terminfindung für solche Treffen ja auch nicht immer ganz einfach ist, so ist die Videokonferenz eine gute und effiziente Alternative. Über Videokonferenz habe ich mich bspw. mit meinen Kanzlerkolleg_innen so häufig getroffen, wie nie zuvor. Um uns bei den vielen - für alle Hochschulen gleichartigen Herausforderungen und Entscheidungsfindungen - abzustimmen und den Rat der Kolleg_innen einzuholen, haben wir uns wöchentlich unkompliziert per Video getroffen. In Vor-Corona-Zeiten haben wir uns etwa einmal im Quartal gesehen. Ich hoffe, dass wir den intensiveren Austausch per Video – neben den persönlichen Treffen, die nicht ersetzt werden können - beibehalten werden.

Besonders positiv empfinde ich die Möglichkeit des Arbeitens über einen virtuellen Desktop, der es mir letztlich von jedem Rechner ermöglicht über einen VPN-Tunnel auf meiner persönlichen Desktopoberfläche zu arbeiten. Das System ist so gut und schnell, dass man gar nicht merkt, dass man auf einem anderen Rechner arbeitet, der Kilometer entfernt steht.

Zusammengefasst ist die Corona-Krise eine lernintensive und sehr spannende Phase, die wir alle hoffentlich gesund sowie mit viel Erfahrungspotential bald hinter uns lassen können.

 

Tief durchatmen hilft

Sandra Meyer, Sachgebietsleiterin Allgemeine Technik im Baudezernat 

Sandra Meyer (c) privatSandra Meyer (Foto: privat)

Am meisten Sorge hat mir bereitet, mit welcher rasanten Geschwindigkeit das Virus zunächst Italien und dann Spanien lahmgelegt hat. Ich bin froh, dass wir bisher hier in Deutschland und vor allem in Sachsen-Anhalt mit einem blauen Auge davongekommen sind und hoffe, dass das so bleibt. Daher halte ich die Maßnahmen – auch hier bei uns an der Uni – für richtig.

Meine Arbeitsaufgaben im Baudezernat haben sich nur unwesentlich geändert, denn Wartungen von betriebstechnischen Anlagen und Baumaßnahmen auf dem Campus haben wie sonst auch stattgefunden. Die Zahl der Bauanträge und auch der Störungen ist natürlich geringer gewesen. Dafür konnten wir aber die Laborwartungen vorziehen, da die Firma verfügbar war. Und mit der Gebäudeübernahme des Speicher B hatten wir auch einiges zu tun.

In den ersten zwei Wochen der Schulschließungen war ich an zwei Tagen der Woche vor Ort an der Uni und die anderen Tage im Homeoffice. Das hat mit Homeschooling leider nicht so gut funktioniert, weil mein kleines Kind die vorher abgestimmten Aufgaben nicht allein lösen konnte und wir darum dann am Wochenende noch saßen, um alles zu erledigen. Daher war ich dann nur zu wichtigen Terminen und Abstimmungen und zur Bearbeitung der Post und Rechnungen in der Uni. Das hat erstaunlich gut geklappt. Ich hatte Zugang zu unserem Server und allen erforderlichen Programmen, was erst durch Corona möglich wurde. Ich habe die Zeit mit Grundsatzaufgaben, die schon lange fällig waren, Datenbanken aufräumen und ergänzen genutzt. Telefonieren und Mails beantworten sowieso. Eigentlich war es so wie im Büro. Zu Baustellenterminen war ich vor Ort. Woran wir alle noch ein wenig arbeiten müssen, sind effiziente Telefon- und Videokonferenzen. Es fällt in so einer Telko extrem auf, wer sich kurzfassen kann und wer nicht.

Ich würde mich für die Zukunft freuen, wenn Akzeptanz und Vertrauen der Vorgesetzen da wären, bestimmte Aufgaben an einzelnen Tagen im Homeoffice zu erledigen. Die technischen Voraussetzungen sind jedenfalls mittlerweile gegeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass konzentrierter und effektiver gearbeitet werden konnte, da man weniger abgelenkt wurde. Natürlich gilt das nicht für die Zeit mit nebenbei Homeschooling – beides zusammen ist eine echte Herausforderung. Man muss zwischendurch einige Male tief durchatmen, um nicht als nervliches Wrack zu enden.

Die Corona-Krise hat mir gezeigt, dass viele selbstverständliche Dinge wie Umarmungen und Familie und Freunde treffen so wichtig sind. Jedenfalls werde ich mit meiner Familie sobald es möglich ist, in ein gutes Restaurant gehen um sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Außerdem muss dringend die Digitalisierung der Schulen schnellstens vorangebracht werden.

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