Vom 1. bis 6. Juni verwandeln die Ökosozialen Hochschultage auch den Campus der Universität Magdeburg in einen Ort für Austausch, Diskussion und Engagement. Auf dem Programm stehen zahlreiche Veranstaltungen zu Klima, Nachhaltigkeit und Demokratie. Die Studierenden Florian und Lena aus dem Organisationsteam verraten im Interview mit Redakteurin Lisa Baaske, auf welche Highlights sich Besucherinnen und Besucher freuen können und wie viel Arbeit hinter der Organisation einer solchen Aktionswoche steckt.
Wie heißt ihr, wie alt seid ihr, was studiert ihr?
Wir sind Florian, 23 Jahre alt, Psychologie-Student, und Lena, 24 Jahre alt, im Bachelor Sozialwissenschaften.
Was genau sind die ÖSHT? Sie finden ja schon zum 13. Mal statt?
Lena: Die Ökosozialen Hochschultage (ÖSHT) sind eine Veranstaltungsreihe und haben das Ziel, theoretisches Problemwissen und praktisches Handlungswissen zu schaffen, also Menschen für verschiedene Aspekte der nachhaltigen Entwicklung und der großen globalen Herausforderungen zu sensibilisieren. Jedes Jahr wählen wir dafür einen anderen Schwerpunkt und überlegen uns ein möglichst vielseitiges Programm zum Thema.
An wen richten sich die ÖSHT?
Florian: An jede Person, die interessiert ist, etwas Neues lernen will und einfach eine schöne Zeit mit neuen Bekanntschaften haben möchte.
Warum engagiert ihr euch bei den ÖSHT?
Lena: Die ÖSHT bieten ein umfangreiches Angebot an verschiedenen Veranstaltungen mit verschiedenen Themen, die Probleme und Lösungen thematisieren und einen Diskurs ermöglichen. Diese Themen sind uns persönlich wichtig und wir wollen Räume schaffen, in denen Menschen sich austauschen und möglicherweise mit neuen Impulsen die Welt zu einem besseren Ort machen können.
Was waren bisher die größten Hürden bei der Planung?
Lena: Das Zeitmanagement – die Tage rücken unglaublich rasant näher und die Woche kommt doch viel schneller als erwartet. Die Tage sollen für alle schön sein und ich bin sicher, dass sie unglaublich viel Spaß machen werden. Dennoch mussten wir schauen, welche tollen Ideen in der Zeit mit unseren Kapazitäten umsetzbar sind und welche für andere Projekte in der Zukunft aufgehoben werden müssen.
Was war euer persönlicher Aha-Moment?
Florian: Mein Aha-Moment war es, als ich die Anträge beim Studierendenwerk ausgefüllt habe und festgestellt habe, dass die große Panik vor zeitraubender Bürokratie übertrieben war und es machbar ist. Bei Fehlern wird man nett vom Studierendenwerk darauf hingewiesen – eine gute Erfahrung der Zusammenarbeit.
Wie viel Zeit steckt hinter der Organisation einer solchen Woche?
Lena: Sehr viel – alleine könnte das niemand auf die Beine stemmen, weswegen das Team gemeinsam einen unglaublich guten Job getan hat. Wir haben uns regelmäßig getroffen und Aufgaben verteilt. Dafür, dass der Großteil von uns das ehrenamtlich macht, können wir schon sehr stolz sein.
Worum geht es konkret in diesem Jahr?
Florian: Die 13. ÖSHT widmen sich in diesem Jahr dem Thema »Klima und Demokratie«. Im aktiven Austausch stellen sich Studierende, Initiativen und weitere Akteurinnen und Akteure aus Magdeburg der Frage, wie wirksamer, gerechter Klimaschutz und demokratische Prozesse zusammenhängen und welche Rolle gesellschaftliche Teilhabe für eine nachhaltige Zukunft spielt. Vom 01. bis 06. Juni entsteht durch Vorträge, Diskussionen, Workshops und kreative Formate ein Raum für neue Perspektiven, kritische Fragen und gemeinsames Weiterdenken rund um Klimagerechtigkeit, Mitbestimmung und Verantwortung.
Was genau haben Klima und Demokratie miteinander zu tun?
Lena: Meine Meinung ist: Der Klimawandel und die Demokratie sind enger miteinander verknüpft, als es auf den ersten Blick scheint. Demokratien haben grundsätzlich bessere Voraussetzungen für wirksamen Klimaschutz, weil Zivilgesellschaft, freie Presse und unabhängige Gerichte die Politik unter Druck setzen können. Gleichzeitig stellt der Klimawandel Demokratien vor ein strukturelles Dilemma: Er erfordert langfristiges Handeln, während Wahlzyklen kurzfristige Erfolge belohnen. Wird er nicht bewältigt, kann er durch Ressourcenkonflikte, soziale Spannungen und Extremereignisse genau jene demokratischen Strukturen destabilisieren, die für seine Lösung so wichtig sind. Wer beide Krisen zusammen denkt, erkennt jedoch auch die Chance: Eine gerechte Klimapolitik, die alle gesellschaftlichen Gruppen mitnimmt, kann das Vertrauen in demokratische Institutionen stärken und beweisen, dass Demokratie auch die größten Herausforderungen unserer Zeit bewältigen kann. Klimaschutz und Demokratiestärkung sind damit keine konkurrierenden Ziele – sondern zwei Seiten derselben Medaille.
Was gibt es für Highlights während der Woche?
Florian: Es wird eine Vielzahl von Events angeboten, die mich alle interessieren. Aber für mich persönlich ist der Montag direkt ein Highlight, da viele Orgas auf einmal zusammenkommen und mit Musik interessanter Austausch zustande kommen wird. Außerdem das Abschluss-Event am Samstag im In:takt, wo die politischen Programme der Parteien im Zuge der Landtagswahl während eines gemütlichen Austausches diskutiert werden. Aber alles wird toll, also kommt unbedingt vorbei!
Warum sollten die Menschen bei den ÖSHT vorbeischauen?
Lena: Wir hoffen, dass wir für jeden und jede etwas dabei haben. Daher denken wir, dass alle etwas Neues lernen, neue Leute kennenlernen und einfach eine schöne Zeit haben können. Aber ganz besonders wichtig: Das Soziale in den Öko-Sozialen Hochschultagen bezieht sich besonders auf das Miteinander. Demokratie bedeutet meiner (Lena) Meinung nach auch kritischen Austausch – und da bist du gefragt!
Die ÖSHT dieses Jahr in drei Worten?
Florian: Spannend, verbindend und lehrreich.
Gibt es schon Pläne fürs nächste Jahr?
Lena: Nein :) Aber falls ihr nächstes Mal mit uns gemeinsam planen wollt oder Ideen habt, meldet euch per Mail.