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08.01.2026 aus 
Forschung + Transfer
Kleine Wirbel mit großer Wirkung

„Mich begeistert, dass wir versuchen, mit wenigen, scheinbar einfachen Gleichungen etwas so Unvorhersehbares wie turbulente Strömungen zu beschreiben“, sagt Dr. Max Hausmann vom Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik der Universität Magdeburg. Seine Dissertation, für die er mit dem Dissertationspreis der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ausgezeichnet wird, widmet sich der computergestützten Modellierung von turbulenten, partikelbeladenen Strömungen. Ein Phänomen, das uns im Alltag ständig begegnet, etwa wenn Rauch aus einem Schornstein steigt, wir ausatmen oder den Wetterbericht schauen.

In seiner Arbeit untersuchte der Verfahrenstechniker, wie sich Partikel, zum Beispiel Staubkörner oder kleine Flüssigkeitströpfchen, in turbulenten Strömungen verhalten. Hierbei betreibt er Grundlagenforschung, doch die Anwendungen in Natur und Industrie sind sehr weitreichend, vom Transport roter Blutkörperchen bis hin zur Verteilung von Kraftstofftröpfchen in Flugzeugturbinen. Eine besondere Herausforderung, da Strömungen sowohl aus sehr großen als auch sehr kleinen Wirbeln bestehen, deren Zusammenspiel äußerst komplex ist. Da es technisch unmöglich ist, alle Wirbel exakt zu berechnen, entwickelte der Ingenieur ein besonders effektives Computermodell, das die kleinen Wirbel innerhalb von Strömungen rechnerisch „rekonstruiert“. So gelingt es, mit geringem Rechenaufwand den Einfluss dieser kleinen Einzelbewegungen auf das Gesamtverhalten der Partikel realistisch abzubilden. Seine Methode könnte in vielen Bereichen Anwendung finden: etwa bei der Wettervorhersage, in der Umwelttechnik oder in der Medizinforschung.

Dr. Max Hausmanns Weg in die Wissenschaft begann bereits während seines Maschinenbaustudiums in Dresden, wo ihn erste Forschungserfahrungen früh begeisterten. „Ich schätze an der wissenschaftlichen Arbeit besonders, dass sie ergebnisoffen ist. Man weiß nie genau, wohin der Weg führt“, beschreibt er seine Leidenschaft. Diese Offenheit für Ergebnisse, verbunden mit großer Neugier und Beharrlichkeit, half ihm auch über Hürden während der Dissertation hinweg: „In der Forschung funktioniert vieles nicht sofort. Aber wenn es dann einmal klappt, ist die Freude umso größer.“

Der Dissertationspreis ist für Dr. Max Hausmann eine große Ehre und ein Ansporn. „Er macht mich stolz und motiviert mich, weiterzuforschen“, so der Preisträger. „Und vielleicht trägt er ja auch dazu bei, dass mehr Menschen erfahren, wie spannend und allgegenwärtig partikelbeladene turbulente Strömungen sind.“