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06.02.2026 aus
Studium + Lehre
Den Informatik-Unterricht in Schulen erleichtern

In Zeiten fortschreitender Digitalisierung stehen Schulen auf der ganzen Welt vor der Herausforderung, den Unterricht neu zu gestalten. Besonders im Fach Informatik wird deutlich, wie gro die Unterschiede zwischen den Schlerinnen und Schlern sein knnen. Whrend einige bereits erste Programmiererfahrungen mitbringen, begegnen andere dem Fach komplett ohne Vorwissen. Die Plattform Algonautin mchte genau an diesem Punkt ansetzen und eine Lsung fr diese Herausforderungen anbieten. Katharina Bade hat ihren Bachelor im Fach Informatik an der Otto-von-Guericke-Universitt Magdeburg absolviert und hat bei der Entwicklung der Plattform mitgewirkt.

Der Name "Algonautin" setzt sich aus den Worten "Algorithmus" und "Astronautin" zusammen., erklrt die Entwicklerin. Algorithmus deshalb, weil das Lernen von Algorithmen eines der Hauptthemen der Plattform ist. Und Astronautin, da viele unserer Aufgaben thematisch im Weltall spielen und die Hauptcharakterin eine Astronautin ist. Auerdem war uns wichtig, die weibliche Endung "-in" zu nutzen, da es uns unter anderem sehr wichtig ist, zu zeigen, dass Informatik auch fr Mdchen ist.

Ursprnglich war die Plattform fr das Training fr die European Girls Olympiad in Informatics gedacht. Dort kommen Teilnehmerinnen mit ganz unterschiedlichen Informatik-Hintergrnden zusammen, um gemeinsam zu lernen", berichtet Katharina Bade. Schnell haben wir aber festgestellt: Das Problem der unterschiedlichen Vorkenntnisse gibt es nicht nur im Olympiade-Training. Es betrifft die Vermittlung von Informatikkenntnissen insgesamt, besonders im Schulunterricht. Deshalb mchten wir eine Plattform entwickeln, die den Einstieg ins Programmieren und in die Welt der Algorithmen einfacher und anschaulicher macht. Sie soll Lehrkrfte im Unterricht untersttzen, indem sie abstrakte Informatik-Konzepte verstndlich visualisiert. Gleichzeitig bietet die Plattform Mglichkeiten, strkere Schlerinnen und Schler gezielt zu frdern, ohne dabei die schwcheren zu berfordern, so die Informatikerin.

Screenshot Algonautin (c) privat

Bei der Plattform Algonautin knnen Schlerinnen und Schler Programmieraufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade lsen. (Screenshot: Katharina Bade)

An der Entwicklung von Algonautin war ein 13-kpfiges Team beteiligt, darunter viele Studierende mit Erfahrung in Informatik-Wettbewerben und Nachwuchsinitiativen. Aktuell wird Algonautin ber den Bundeswettbewerb Informatik (Bwinf) betrieben. Die Plattform wurde bewusst so gestaltet, dass sie ohne Installationen direkt im Browser genutzt werden kann und sich leicht in den Unterricht, in AGs oder in Wettbewerbsgruppen integrieren lsst.

Die Aufgaben sind thematisch und nach Schwierigkeitsgrad sortiert, erklrt Katharina Bade. Lehrkrfte knnen entweder die vorbereiteten Kurse nutzen, oder eigene, passend zu ihren Unterrichtsstunden vorbereiten. Dafr gibt es eine integrierte Entwicklungsumgebung, in der mehrere Programmiersprachen untersttzt werden. Der geschriebene Code wird sofort ausgefhrt und automatisch berprft. Dabei kontrolliert die Plattform nicht nur, ob das Programm das richtige Ergebnis liefert, sondern auch, ob der passende Algorithmus verwendet wurde. Nutzerinnen und Nutzer erhalten sofort eine Rckmeldung. Sie sehen, welche Testflle funktionieren, wo Fehler auftreten und bekommen konkrete Hinweise zur Ursache. Zustzlich gibt es einen interaktiven Debugger. Er zeigt den Programmablauf Schritt fr Schritt an und macht sichtbar, was der Code genau tut. So knnen Schlerinnen und Schler ihre Fehler leicht erkennen und verstehen. Das motiviert zum Ausprobieren, Verbessern und Experimentieren, gerade in Phasen, in denen im Unterricht wenig Zeit fr individuelles Feedback ist, erzhlt Katharina Bade.

Bereits seit zwei Jahren ist die Plattform Algonautin im Einsatz. In Deutschland knnen wir aktuell mehr als 1.000 registrierte Lehrkrfte, sowie regelmige, nahezu tgliche Nutzung im Unterricht verzeichnen. Oft erhalten wir positives Feedback von begeisterten Lehrkrften und Schlerinnen und Schlern. Fr die Zukunft erhoffen wir uns noch mehr Schulen erreichen zu knnen, um einen weiterreichenden Unterschied in der Bildung machen zu knnen, erklrt Katharina Bade.

Die Arbeit an der Plattform ist aber lngst nicht abgeschlossen. Neue Aufgaben, zustzliche Themenbereiche und noch bessere Untersttzung fr den Unterricht stehen bereits auf der Agenda. Wir mchten langfristig mit einem breiteren Angebot den gesamten Informatik-Lehrplan abdecken und die Plattform so weiterentwickeln, dass sie sich noch nahtloser in den Schulalltag einfgt, erklrt Katharina Bade. Dafr ist das Team regelmig auf Lehrkrfte-Tagungen unterwegs, um Rckmeldungen direkt aus der Praxis aufzunehmen und in die Weiterentwicklung einflieen zu lassen.

Auch persnlich schaut Katharina Bade zuversichtlich in die Zukunft. Neben ihrem Masterstudium an der Technischen Universitt im niederlndischen Delft arbeitet sie weiter an der Plattform mit. Wir stehen noch ganz am Anfang, sagt sie, aber unser Ziel ist, Informatikbildung mglichst vielen Menschen zugnglich zu machen, unabhngig von Herkunft oder Vorerfahrung, so die Studentin abschlieend.

Autor:in: Benjamin Gllmar