Die Schatten bundesdeutscher Justizgerichte
Mit einer öffentlichen Finissage in Anwesenheit von Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig endet am 17. Juni 2026 die Ausstellung „Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ in der Universitätsbibliothek der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Im Mittelpunkt der öffentlichen Veranstaltung stehen historische Verantwortung, demokratische Werte und die Rolle einer unabhängigen Justiz im Rechtsstaat. Unter dem Titel „Die Rosenburg als Auftrag - Lehren aus der Geschichte, Verantwortung für die Zukunft“ diskutiert Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig mit weiteren Gästen und dem Publikum über Erinnerungskultur, die Verantwortung staatlicher Institutionen und den Schutz demokratischer Prinzipien in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung.
Neben der Bundesjustizministerin, Dr. Stefanie Hubig, und dem Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, sprechen die Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt, Franziska Weidinger, sowie der Bildungswissenschaftler und Dekan der Fakultät für Humanwissenschaften der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Frank Bünning.
Die Teilnahme an der Finissage sowie der Gesprächsrunde ist kostenfrei, eine Anmeldung ist über Eventbrite möglich.
Medienvertreter und Medienvertreterinnen sind herzlich zur Berichterstattung eingeladen!
Das Rosenburgprojekt
Die Rosenburg war von 1950 bis 1973 Sitz des damaligen Bundesministeriums der Justiz in Bonn. Dort arbeiteten nach 1945 zahlreiche Juristen weiter, die bereits im Nationalsozialismus in Justiz und Verwaltung tätig gewesen waren. Ein Team von Wissenschaftlern hat im sogenannten „Rosenburg-Projekt“ untersucht, wie das Justizministerium in den 1950er und 1960er Jahren mit der NS-Vergangenheit seiner Mitarbeiter, den personellen und sachlichen Kontinuitäten, der Verfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit dem Holocaust sowie mit Amnestie und Verjährung umging.
Die Ergebnisse des Abschlussberichts „Die Akte Rosenburg“ werden seit 2017 in einer Wanderausstellung vorgestellt. Ziel ist es, die Erkenntnisse der „Akte Rosenburg“ einem breiten Publikum bekannt zu machen und das Bewusstsein für das historische Unrecht zu schärfen.
„Dass diese Ausstellung in unserer Universitätsbibliothek gezeigt wird, ist ein starkes Zeichen“, so Unirektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. „Eine Universität ist ein Ort, an dem Wissen nicht nur gesammelt, sondern befragt, eingeordnet und weitergegeben wird. Gerade junge Menschen, unsere Studierenden, müssen verstehen können, wie Rechtsstaatlichkeit entsteht, wie sie beschädigt werden kann und warum sie jeden Tag verteidigt werden muss. Die Universitätsbibliothek ist dafür ein besonderer Ort: offen, zugänglich, wissenschaftlich fundiert und mitten im Alltag der Studierenden.“