Manuela Kanneberg und die Gospel Connection Magdeburg bei einem Auftritt.
18.12.2019 aus 
Campus + Stadt
Mit Leidenschaft dabei

Jeden Montag probt die „Gospel Connection Magdeburg“ in Cracau. Sie singen Gospelsongs, Pop und Filmmusik und bereiten sich mit ihren Proben auf Auftritte in der Stadt und Region, zum Beispiel bei Hochzeiten, der „Fête de la musique“, beim weihnachtlichen Gospelgottesdienst oder für Wettbewerbe vor. Seit 2003 existiert der Chor schon, seit 2010 leitet ihn Manuela Kanneberg.

Fleiß und Preis

Um in ihrem Hobby erfolgreich zu sein, hat sich die Informatikerin umfassend nebenberuflich weitergebildet. Seit 2015 ist sie qualifizierte „Jazz-Pop-Chorleiterin Stufe B“. Sieben mal fünf Tage Unterricht, verteilt über zwei Jahre „und umfangreiche Hausaufgaben“ betont die Chorleiterin. Sie nimmt selbst noch Klavier- und Gesangsunterricht. Für die „Gospel Connection“ hat die Leiterin schon zahlreiche Fortbildungen organisiert. Unter anderem mit ihrem musikalischen Vorbild „Klangbezirk“ aus Berlin. Die haben den Magdeburger Chor im Umgang mit einer Loopstation und in „Vocal Percussion“ gecoacht. Manuela Kanneberg benutzt die Fachbegriffe aus der Musik ganz natürlich und beiläufig ein Indiz dafür, auf welch hohem Niveau sie ihr Hobby betreibt.

„Das Schönste an der Musik ist das gemeinsame Musizieren“, schwärmt die Diplomingenieurin. In ihrem Gospelchor sind Menschen aller Berufs- und Altersgruppen vertreten. Aber sogar in der eigenen Familie schafft die Musik eine besondere Verbindung: Auch die Tochter singt studiert sogar Jazz- und Popgesang in Hannover. Über die Jahre hinweg war Manuela Kanneberg bei Proben und Auftritten ihrer Tochter dabei, manchmal auch, um sie auf dem Klavier zu begleiten. Wie bei der Abifeier. „Durch das Hobby war ich oft dabei, auch dort, wo die jungen Leute sonst unter sich bleiben“, erzählt sie.

Ausflüge in der Stadt und in der Musik

Um Auftritte bemühen braucht sich der Chor laut seiner Leiterin nicht. „Man merkt meinen Sängerinnen und Sängern an, dass sie mit Freude und Energie dabei sind,“ sagt sie. „Das übertragen sie auf das Publikum.“ Ein Highlight war ein Auftritt im Schauspielhaus Magdeburg letztes Jahr. Das Ensemble präsentierte „A Clockwork Orange“ und bat den Chor um Unterstützung für eine Gefängnisszene zumindest zur Premiere. Letztendlich war die „Gospel Connection“ bei sechs Auftritten mit dem Song „Oh Happy Day!“ dabei.

Höhepunkte sind für den Chor immer wieder Hochzeiten in schönen Kirchen der Region. „Mein Eindruck ist, dass die Gospelmusik hierbei Menschen verbindet, bei denen eine Familie kirchlich ist, die andere nicht“, erzählt Manuela Kanneberg. Gospel ist spiritueller Gesang, ursprünglich eine Ausdrucksform der Sklaven in Amerika mit religiöser Botschaft. Nach Magdeburg brachten amerikanische Missionare den Gospel im Jahr 2003. Die „Gospel Connection Magdeburg“ legt sich aber nicht fest, sie singen auch Pop oder Filmmusik. „Mmmmh mh mmh, mmh mh mmh mh mmmhhh“: Manuela Kanneberg beginnt zu singen ohne Worte, aber die Melodie ist bekannt. Es ist Vangelis „Conquest of Paradise“, ein Titel aus dem Film „1492 Die Eroberung des Paradieses“.

Die Gospelchorleiterin begeistert sich vor allem für A-cappella-Musik. Und liegt damit im Trend. Die Gruppe „Pentatonix“ aus den USA ist insbesondere mit Coversongs auf YouTube bekannt geworden und hat mit ihren Studio­alben in ihrer Heimat mehrfach Platz eins der Charts erreicht. Die Filmreihe „Pitch Perfect“ über eine studentische A-cappella-Gruppe war ebenfalls ein großer Erfolg. Aber Manuela Kanneberg geht es nicht um Erfolg, erst recht nicht um kommerziellen. Das Singen hilft ihr und vielen Chormitgliedern beim Abschalten vom Alltag. „Nach zwei Stunden Chorprobe merkt man, dass alles, was einen über den Tag belastet hatte, vergessen ist“, erzählt sie. „Man geht wach und mit gutem Gefühl nach Hause.“

Autor:in: Julia Heundorf
Quelle: uni:report
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