21.12.2020 aus 
Forschung + Transfer
Vom Gewinner zum Botschafter

Im vergangenen Jahr gewann er selbst mit einem Team den BESTFORM-Wettbewerb. In diesem Jahr ist der Student Paul Blaschke so etwas wie ein „Botschafter“ und fordert dazu auf, am Landeswettbewerb in Sachsen-Anhalt teilzunehmen, um kreative Ideen zu präsentieren. Aktuell ist der Student auf Social-Media-Kanälen, Webseiten und Broschüren zu sehen. Er selbst sammelte bei seiner Teilnahme interessante Eindrücke.

Von der Idee zum Gewinn

„Viele Menschen in meinem Umfeld waren sehr überrascht“, erzählt Paul Blaschke über die Reaktionen seiner Freunde auf die Fotos, die teils großflächig im Land zu sehen sind. „Per WhatsApp wurden Bilder davon schnell herumgeschickt, und so hat sich das gut herumgesprochen.“

Paul Blaschke beim Auftakt des Bestform-Wettbewerbs (Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH)Paul Blaschke beim Auftakt des Bestform-Wettbewerbs (Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH)

Prof. Dr. Anita Hökelmann, Martin Wiesner, Marcel Partie und Paul Blaschke von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gewannen den Landeswettbewerb für kreative Ideen mit dem Sport- und Tanzrollator. Ein Gerät mit besonders viel Bewegungsfreiraum für Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Beweglichkeit war dabei das Hauptziel der Sportwissenschaftler, Ingenieure und Designer. „Als ich zum Projekt gekommen bin, lag der Sport- und Tanzrollator als Designprototyp und real als einfache Kastenversion vor“, erinnert sich Paul Blaschke, „ich habe mich dann in meiner Bachelorarbeit mit der konstruktiven Auslegung beschäftigt. Die Ergebnisse haben meinem Co-Betreuer Martin Wiesner und Marcel Partie so gut gefallen, dass wir uns entschieden haben, die Idee und die Ergebnisse beim BESTFORM-Award einzureichen. Dabei ergänzten das Know-how für Design von Martin und der sportwissenschaftliche Hintergrund von Marcel die Konstruktion perfekt.“ Um den Einsatz auch bei Demenz-Patienten zu ermöglichen, arbeitete die Uni Magdeburg weiterführend mit der Vorrichtungsbau Giggel GmbH in Bösdorf, der idm Industrieservice & Drucklufttechnik Magdeburg GmbH und dem Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen zusammen. Es ist für die Zukunft geplant, den Sport- und Tanzrollator für Menschen mit Bewegungseinschränkungen auf den Markt zu bringen.

Noch bis März 2021 Ideen einreichen

Innovative Produkte, wie der Sport- und Tanzrollator, bekommen bei diesem Wettbewerb nicht nur eine Plattform, mit der sie bekannter werden – auch die Köpfe, die sie erdacht haben, erhalten Feedback. Das gehört zu den Gründen, warum Paul Blaschke nun dazu auffordert, ihre Ideen noch bis zum 5. März nächsten Jahres bei „BESTFORM“ einzureichen. „Solche Wettbewerbe bringen neben der Aufmerksamkeit für die eigene Idee vor allem auch wichtige, konstruktive Kritik und das Selbstbewusstsein hinter dieser Idee oder dem Produkt zu stehen“, gibt Paul Blaschke den potentiellen Teilnehmenden mit auf den Weg.

Neu erfinden im Masterstudium

Mittlerweile studiert Paul Blaschke Integrated Design Engineering im Master an der Uni Magdeburg: Der Studiengang vermittelt, welchen Weg ein Produkt von der Idee bis zur Ladentheke durchläuft. Nicht nur Ideenreichtum, sondern auch ein Gespür für Marktlücken und Nachhaltigkeit, sind hier gefragt. Wirtschaftswissenschaften oder Arbeitswissenschaft gehören genauso zu den Studieninhalten wie Industriedesign: Diese Fächer werden theoretisch und praktisch vermittelt. Pro Semester ist ein Projekt vorgesehen, in dem die Studierenden ihre eigenen Produkte entwickeln oder in Kooperation mit Unternehmen optimieren. Sowohl die Aufgaben als auch die Fachbereiche der Studierenden sind vielfältig. In dem Masterstudiengang kommen Absolventen vieler Fachrichtungen, wie Maschinenbau, Wirtschaftswissenschaften, Informatik oder Produktdesign, zusammen. Mit verschieden Perspektiven arbeiten sie beispielsweise daran, Prototypen für smarte Sportartikel anzufertigen, Spülmaschinenkörbe effizienter zu gestalten oder den Innenraum von Fahrzeugen innovativ und ästhetisch einzurichten. „Ich arbeite mit vielen interessanten Menschen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen in spannenden Projekten zusammen“, fasst Paul Blaschke seinen Masterstudiengang zusammen. Er selbst ist davon überzeugt, dass kreative Ideen oder Optimierungen bereits bestehender Produkte auf dem Markt immer gefragt und für die Unternehmen sogar überlebensnotwendig sind.

Der Landeswettbewerb – die neue Runde läuft

Bis zum 5. März 2021 können beim BESTFORM /// MEHR /// WERT /// Award für kreative Ideen, der deutschlandweit einmalig ist, Beiträge eingereicht werden. Der erste Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Insgesamt werden 35.000 Euro ausgelobt. Bewerben können sich Unternehmerinnen und Unternehmer, Selbstständige, Gründerinnen und Gründer sowie Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft und deren Schnittstellen zu anderen Branchen.

Die Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt organisiert und koordiniert den Landeswettbewerb im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Wirtschaft und Digitalisierung. Gesucht werden wieder neue Ideen und Konzepte, Produkte und Dienstleistungen. Im Mittelpunkt der fünften Runde stehen erneut Netzwerke, die zeigen, wie alle Branchen von der hiesigen Kultur- und Kreativwirtschaft profitieren können, und kreative Ideen, die das Potenzial haben, sich künftig am Markt zu behaupten.

Autor:in: Saskia Fischer