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30.04.2021 aus 
Studium + Lehre
Ausbildung am Küchentisch

„Hallo! Mein Name ist Lisa, ich bin die Volontärin der Pressestelle der Uni Magdeburg. Freut mich, euch alle zu sehen!“, so sieht sie aus, die typische Vorstellungsrunde bei einer Weiterbildung. Allerdings sitze ich nicht wie geplant auf dem Campus der Leipzig School of Media, sondern in meiner Küche und winke in meine Laptopkamera. Also kleine Korrektur: So sieht sie aus, die typische Vorstellungsrunde bei einer digitalen Weiterbildung während Corona.

Lisa Baaske am Küchentisch bei einem Zoom-Meeting (c) Jana Dünnhaupt Uni MagdeburgLisa Baaske am Küchentisch bei einem Zoom-Meeting (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)

Teil meines Volontariats ist ein PR-Volontärskurs, der von Dezember 2020 bis März 2021 einmal monatlich für vier Tage in Leipzig stattfindet. Dabei soll ich zusätzlich zu meiner Ausbildung an der Uni alles Wichtige zur PR lernen. Und es ist auch eine Möglichkeit, andere Volos kennenzulernen. Nur leider macht da Corona einen Strich durch die Rechnung. Deswegen finde ich mich mit Laptop und Pinguinhausschuhen an meinem Küchentisch wieder, mit leichter Sorge, wie das wohl werden wird: vier Tage Zoom-Meeting für je acht Stunden. Und tatsächlich beginnt der Volo-Kurs genau wie wir es wohl alle schon erlebt haben, nämlich mit technischen Problemen. Bis alle Teilnehmenden einander sehen und hören vergeht eine Stunde. Aber mit ein bisschen Galgenhumor und technischer Hilfestellungen geht‘s endlich los und zwar mit der obligatorischen Vorstellungsrunde. Und schon da ereilt mich die Erkenntnis, wie spannend es ist, dass wir alle an so unterschiedlichen Orten sitzen und dennoch zusammen sind: Von Greifswald bis Weimar ist alles vertreten und so sieht es auch bei den Hintergründen aus,vor denen die Teilnehmenden sitzen– vom Pflanzenwald bis Küche. Schon in den ersten Minuten kann ich etwas freier atmen, weil Volos und Trainer wirklich nett sind. Er ist sich der besonderen Lage bewusst und geht auch entsprechend damit um: Wir machen immer nach ungefähr 90 Minuten eine Pause und „lüften einmal den Kopf durch“, wie er es nennt. Und damit merke ich, dass die ganze Situation durchaus erträglich ist und Weiterbildung während Corona wirklich Spaß machen kann. Bis plötzlich das Wort Gruppenarbeit fällt – oh je. Dafür wer- den extra sogenannte „Breakoutrooms“ im Zoom-Meeting eingerichtet und alle sechs Volos dann zufällig auf die zwei Räume verteilt. Und auch da wird mir schnell bewusst, dass das alles erstaunlich gut klappt. Und so gehen die beiden ersten Tage rum und außer ein bisschen Rückenschmerzen und der Erkenntnis, dass man sich beim Zoom-Meeting unbeabsichtigt ständig ins Wort fällt, bin ich sehr glücklich mit meiner digitalen Weiterbildung.

Am dritten Tag war der Plan, dass ein Medienanwalt mit uns über Medienrecht spricht. Allerdings schaut uns plötzlich wieder unser Trainer von Tag ein und zwei im Meeting an, denn der erwähnte Medienanwalt musste kurzfristig absagen, da die Kita seines Kindes wegen eines Coronafalls geschlossen wurde. Das bedeutet, kein Medienrecht für uns, sondern viel Flexibilität und Offenheit für schnelle Lösungen – aber auch das klappt! Erst am letzten Tag erlebe ich dann doch die Grenzen von der Zoom-Weiterbildung, als es darum geht, die gelernte Theorie praktisch anzuwenden und ein paar Videos zu dre- hen. Das gestaltet sich in der eigenen Wohnung, ohne jemanden, der mal kurz beim Filmen helfen kann, als schwierig.

Am Ende der vier Tage füllen wir eine kleine Umfrage zur Veranstaltung aus und geben abschließend einmal Feedback sowohl an den Trainer als auch an den Veranstalter, die Leipzig School of Media. Es zeigt sich, dass alle positiv überrascht und erstaunt sind, wie gut es doch tatsächlich funktioniert. Aber auch die Grenzen werden deutlich: Theorie funktioniert gut, wohl auch, weil wir eine relativ überschaubare Gruppe sind, aber alle praktischen Teile, die während des Kurses noch geplant sind, werden wohl in Präsenz stattfinden müssen. Und auch wenn es schön ist, mit Pinguinhausschuhen in der gemütlichen Wohnung zu sitzen und dem Kurs so zu folgen, freue ich mich doch, alle anderen Volontärinnen und Volontäre hoffentlich bald in Leipzig zu sehen. Wie uns versprochen wurde soll sich das dann ein bisschen wie Klassenfahrt anfühlt. Da freu ich mich drauf!

Autor:in: Lisa Baaske
Quelle: uni:report
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