Hannah Theile beim Arbeitseinsatz (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)
30.04.2021 aus 
Studium + Lehre
Ausbildung mit Abstand

Etwas Neues anzufangen ist immer eine Herausforderung. Vor allem dann, wenn der Anfang mit einem neuen Lebensabschnitt verbunden ist. Die Zeit nach dem Schulabschluss ist eine dieser Herausforderungen – ob beim Studium, Auslandsaufenthalt oder bei einer Ausbildung: Es kommt viel Neues auf einen zu. Noch schwieriger ist es, wenn der neue Lebensabschnitt von einer Pandemie begleitet und beeinflusst wird.

Hannah Theile ist eine der Auszubildenden, die 2020 an der Universität ihre Ausbildung begonnen haben. Die Ausbildung zur Fotografin im Bereich Medien, Kommunikation und Marketing wird das erste Mal angeboten und Hannah ist somit die erste Auszubildende, die dieses Angebot wahrnehmen kann. Doch vieles ist anders: Nicht nur der Ausbildungsberuf ist neu, sondern die Pandemie bestimmt den Alltag und das wirkt sich natürlich auch auf eine Ausbildung aus. Eine Ausbildung mit Abstand sozusagen.

Da Hannah ihre Ausbildung erst 2020 begonnen hat, haben die Bestimmungen der Pandemie sie durchgängig durch ihren Ausbildungsalltag begleitet. „Prinzipiell komm ich gut mit der Situation klar. Ich kenne es ja nicht anders. Während meiner Ausbildung war nie ‚Normal-Zustand‘, doch ich erhalte viel Unterstützung von meinen Kolleginnen und Kollegen hier an der Uni, aber auch seitens der Schule“, erzählt sie. Es gibt natürlich einige Dinge, auf die man jetzt plötzlich achten muss: Der Abstand zwischen den Personen auf Gruppenfotos muss eingehalten werden, am besten werden Menschen momentan draußen fotografiert und der Kontakt ist auf ein Minimum zu beschränken. Außerdem wird beim Fotografieren Maske getra- gen, was nicht immer ganz leicht ist: „Durch das Tragen der Maske beschlägt der Sucher der Kamera ab und an. Das macht das Fotografieren schwieriger“, erklärt Hannah.

Auf die Ausbildung ist Hannah aufmerksam geworden, weil sie ihr Hobby zum Beruf machen wollte: „Ich habe mich schon lange in meiner Freizeit viel mit Fotografie beschäftigt. Schon als Kind bin im Urlaub oder auf Feiern immer mit der Digitalkamera meinermMama herumgerannt und habe alles, was mir vor die Linse kam fotografiert. Mit 14 Jahren habe ich mir dann von meinem Jugendweihegeld meine erste Spiegelreflexkamera gekauft. Ab dem Zeitpunkt ist die Fotografie dann zu einem richtigen Hobby für mich geworden“, verrät sie.

Ihre Vorbilder in der Fotografie sind breit gefächert. Hannah interessiert sich vor allem für die Portraitaufnahmen von Annie Leibovitz oder für Naturaufnahmen von Paul Nicklen. An der Uni konnte Hannah den Schwerpunkt „Wissenschaftsfotografie“ wählen, das hat sie besonders neugierig darauf gemacht, die Ausbildung an der OVGU zu beginnen. Neben der praktischen Ausbildung hinter der Kamera, gehört zu einer Fotografenausbildung auch ein schulischer Teil. Aber auch das ist in diesem Jahr deutlich anders, wie Hannah erzählt: „Corona macht sich alleine schon bei meiner Klassengröße bemerkbar. In meiner Klasse sind wir nur zu fünft. Im Ausbildungsjahr davor sind es neun Schülerinnen und Schüler in einer Klasse. Wir haben uns also halbiert.“

Neben der Klassengröße hat sich vor allem der Unterricht verändert, es ist eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lehre. Je nachdem, was gerade möglich ist. Die Tests und Klausuren werden immer wieder verschoben, da nur während der Präsenzzeit bewertet werden darf.

Corona während der Ausbildung bedeutet also Unsicherheit: Lehrer fallen aus, Klausuren verschieben sich und die Unterrichtsweise ändert sich immer wieder. Und die Praxis gestaltet sich auch komplizierter. Hannah hofft, dass sich ihre Situation in der Ausbildung recht bald ändern wird, damit sie auch andere Seiten, das Fotografieren ohne Pandemieeinschränkungen, kennenlernen kann.

Autor:in: Janina Markgraf
Quelle: uni:report
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