Die Hauptbühne des Glacis Open Air 2019 (Foto: Catherina Rocío)
10.08.2021 aus 
Campus + Stadt
Ehrenamt mit Kultfaktor

Zehn kulturschaffende Kollektive reisen am 28. August in den Glacis Park und packen für die Premiere des GLACIS OPEN AIR in ihre Koffer: Musik, Lesungen, Kino, Workshops und wie immer Liebe für alle. Das vielfältige Programm könnt ihr ganz ohne Eintrittsgeld auf fünf Bühnen genießen. Ermöglicht haben das viele Freiwillige, die über Wochen das Event vorbereitet haben. Auch Uni-Angehörige haben es sich natürlich nicht nehmen lassen und mit angepackt. Wir wollen euch drei engagierte Charaktere der Uni vorstellen, die seit Wochen heimlich an der Vorbereitung dieses Events arbeiten.

Mit Musik für gesellschaftliche Themen sensibilisieren

Ich bin Verena Walterbach, Bildungswissenschafterin (M.A.) und ehrenamtlich im Musikkombinat Magdeburg e.V. tätig. Beim Glacis Open Air unterstütze ich in den Bereichen Förderung und Gestaltung. Durch das Konzert von „WOMAN“ im Jahr 2018 bin ich auf das Kollektiv aufmerksam geworden und war direkt begeistert. Seit dem Konzert von „FENNE LILY“ im April 2018 engagiere ich mich selbst dafür. Es wird so viel Liebe in die gemeinnützigen Konzeptkonzerte gesteckt und ich finde es schön durch Musik Menschen zu erreichen und dabei die subkulturelle Szene zu unterstützen. Man kann für ein paar Momente die Welt um sich herum vergessen und den Moment genießen. Mein Lieblingskonzert war das von El Flecha Negra im März 2020 im Gruson-Gewächshaus. Teilweise entstehen auch Freundschaften mit den Bands, die bei uns spielen. So wie bei El Flecha Negra. Das ist wirklich sehr schön. Wenn sie in der Nähe spielen, dann supporten wir sie auch. Das zeigt einmal mehr, dass es bei uns wirklich um die Musik geht.

Verena Walterbach (c) privatVerena Walterbach, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Humanwissenschaften, enagiert sich im Musikkombinat Magdeburg e.V.

Seit letztem Jahr bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur Pädagogik und Medienbildung und lehre dort im Bachelorstudiengang Bildungswissenschaft. Gleichzeitig bin ich Mitglied im ZSM (Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung) und koordiniere mit meiner Kollegin Katharina Maria Pongratz die Studienfachberatung. Meinen Master absolvierte ich hier in Magdeburg. Für mich hat sich das Lebensmotto etabliert: Einmal Bildungswissenschaft immer Bildungswissenschaft! Ich begleite Studierende sehr gerne auf ihren Wegen. Vorher habe ich beispielsweise ein Praktikum im BfG (Büro für Gleichstellungsfragen) im COMETiN-Projekt gemacht; diesem fühle mich nach wie vor sehr verbunden. So entwickelten sich z.B. tolle Kooperationen mit dem BfG wie durch das Seminar "ChancenUNgleichheit am Beispiel der OvGU". Meine Schwerpunkte sind: qualitative Bildungs- & Sozialforschung - besonders der Blick auf Biographien und Lebensgeschichten; Hochschulsozialisation; wissenschaftliche Karrieren & Chancenungleichheit. Es lassen sich immer sehr gut Verknüpfungen zu meiner Arbeit herstellen. Über Musik erreicht man viele Leute auf anderen Ebenen, die man sonst nicht erreicht hätte. Das finde ich total schön, da es eine andere Form von Sensibilisierung ist: wenn durch die Auswahl von Musiker:innen indirekt auf verschiedene Themen aufmerksam gemacht wird, bspw. Sichtbarkeit von Frauen oder Transgender.

Arbeit und Leidenschaft gut kombiniert

Mein Name ist Julia und ich bin Mitglied von Magdeboogie! Gemeinsam mit Nadia gestalten wir für das Glacis Open Air die Medienpartnerschaft. Wir werden also vorher schon Inhalte über das Glacis Open Air veröffentlichen und auch am 28. August vor Ort sein, um für unsere Follower:innen zu berichten. Ehrenamt ist für mich eine tolle Kombination aus Arbeit und Leidenschaft, mit der man in Magdeburg die Kulturszene unterstützen und fördern kann. Außerdem macht es sehr viel Spaß, sich mit den verschiedenen Akteur:innen in und um Magdeburg auseinander zu setzen.

Julia Röhr (c) privatJulia Röhr arbeitet im Projekt „Autonomes Lastenrad“ und engagiert sich bei Magdeboogie (Foto: privat)

An der Uni Magdeburg bin ich momentan als studentische Hilfskraft für das Projekt „Autonomes Lastenrad“ (kurz: Aura) angestellt und assistiere der Projektkoordinatorin Leona Grulich. Dort betreue ich genau wie bei Magdeboogie die Social Media Kanäle – eine Win-Win-Situation für beide Aufgaben.

Beim Glacis Open Air freue mich am meisten darauf zu sehen, wie die Wiesen am Ende aussehen und die ganze Planung dann in Echt umgesetzt zu erleben! Man sollte nicht verpassen einmal eine Runde zu drehen und alle Wiesen zu bestaunen, um die volle Brandbeite des Glacis Open Airmitzubekommen.

Über den Tellerrand hinausschauen

Ich bin der Hub-Koordinator und Initiator der Love Foundation Magdeburg, welche ein buntes Musik-, Workshop- und Performance-Programm für den “Love Forest” in der Glacis gestrickt hat! Mit unserer ehrenamtlichen Arbeit wollen wir die Kulturlandschaft von Magdeburg diverser machen und mit unseren Projekten und Veranstaltungen auf die Wasserknappheit im globalen Süden und unsere WASH-Projekte (Wasser - Sanitär - Hygiene), die wir gemeinsam mit Viva con Agua in Südafrika realisieren, aufmerksam machen. Wir sind ein großes Gemeinschaftsprojekt, welches mit jeder Idee, jede:r Künstler:in und mit jeder Erweiterung des Netzwerks, neue Formen und Farben annimmt. Und keine Frage - natürlich macht es mich und die ganze Love-Crew unglaublich froh, Menschen mit unseren Veranstaltungen glücklich zu machen, oder sie zum nachdenken anzuregen!

Marcel Böge (c) Christopher SchleichMarcel Böge studiert an der Fakultät für Maschinenbau und engagiert sich in der Love Foundation (Foto: Christopher Schleich)

An der Uni Magdeburg studiere ich Wirtschaftsingenieur Maschinenbau im Master. Ein Studiengang, der mir leider nicht viel über gemeinnützige oder wirklich nachhaltig-soziale Körperschaftsformen und Gründerideen mitgegeben hat, weshalb ich diese Lücke mit einem Ehrenamt gefüllt habe. In den letzten Jahren konnte ich somit weit über meinen Tellerrand hinausschauen. Das Netzwerk erweitert sich in alle Richtungen, auch weit über Ländergrenzen hinaus und dabei lernt man nicht nur tolle Menschen, sondern auch ihre großartigen Ideen kennen. Außerdem lässt sich bei der Planung und Durchführung großer Veranstaltungen wie bspw. Festivals, das Gelernte aus dem Bereich Management und Organisation wunderbar anwenden.

Am meisten begeistern mich beim Glacis Open Air die ganzen gemeinnützigen Vereine und Kollektive, welche ohne gewinnorientierung, ein solches, großes Festival wuppen! Viele sind neu und arbeiten zum ersten Mal zusammen und zeugen von Magdeburgs-Engagement-Power!