Die beiden Gründer von UniNow Tobis Steenweg und Stefan Wegener (Foto: UniNow)
10.03.2021 aus 
Forschung + Transfer
„Magdeburg wird unterschätzt!“

Stefan Wegener und Tobias Steenweg haben geschafft, wovon viele träumen: Sie sind ihr eigener Chef. Mit dem Traum sind viele Freiheiten verbunden, aber auch Verpflichtungen und Entscheidungen, die getroffen werden müssen – zum Beispiel den richtigen Standort für das eigene Unternehmen zu finden. Die beiden Gründer der wohl bekanntesten Studierenden-App UniNow haben sich für Magdeburg als Firmensitz entschieden. „Es gibt hier nicht schon unzählige Start-ups wie in Berlin. Dadurch werden Ausgründungen viel besser gefördert und es ist auch leichter, als Arbeitgeber bekannt zu werden. Durch die enge Verbindung zur Uni können wir auch super Werksstudierende und Alumni für unser Unternehmen begeistern“, erklärt Stefan Wegener, der gebürtig aus der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts kommt und an der Universität Magdeburg Computervisualistik studiert hat.

Berlin ist keine Option

Dass es in der Region wenig Start-ups gibt, hat aber auch einen Nachteil: „Wir können uns weniger mit anderen Gründern austauschen. Für die Entwicklung neuer Ideen ist das aber oft hilfreich und so eine richtige Gründerszene macht auch einfach Spaß“, schwärmt Tobias Steenweg. Aber deswegen nach Berlin gehen? Das kommt nicht in Frage. „Zum einen hat das Land Sachsen-Anhalt viel in uns investiert und zum anderen haben wir mittlerweile 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die hier auch fest verankert sind“, so Steenweg. Doch statt die Situation einfach hinzunehmen, packen die UniNow-Gründer es lieber selber an und organisieren regelmäßig Veranstaltungen in ihrem Büro oder sind aktiv bei Gründungsveranstaltungen an der Uni dabei. „Vor Corona haben wir zum Beispiel Tech-Meet-ups oder Stadtteiltreffen für Buckau organisiert, um über das Thema Gründung zu sprechen. Das können wir hoffentlich bald wieder machen“, erklärt Tobias Steenweg, der gebürtig aus Göttingen kommt und vor allem eines vermisst: „Neben einem richtigen Altstadtkern, brauchen wir eine stärkere Gründungsszene in Magdeburg. Einen richtigen Inkubator, wo frische Ideen schon ganz am Anfang gefördert werden.“

Im Headquarter von UniNow (c) Carolin Krekow : Univations GmbHIm Headquarter von UniNow (Foto: Carolin Krekow / Univations GmbH)

Doch die positiven Aspekte in Magdeburg überwiegen für die Beiden: Das viele Grün, der kurze Weg zur Arbeit, die Infrakstruktur – es ist alles da, was man zum Leben und Gründen braucht. „Magdeburg ist einfach eine unterschätzte Stadt – gerade entlang der Elbe und in den Parks ist es wirklich toll. Dort kann man beim Joggen einfach mal den Kopf freibekommen oder bei einem Spaziergang neue Strategien für das Unternehmen besprechen“, schwärmt Stefan Wegener.

Wie alles begann

Den Grundstein für ihr Unternehmen haben die UniNow-Gründer während ihres Studiums an der Uni Magdeburg gelegt. In der Studienzeit hatten sie für sich selbst eine App programmiert, um ihre Noten abzurufen. Die Idee kam so gut an, dass Stefan Wegener und Tobias Steenweg ihre App für die gesamte Universität weiterentwickelt haben – UniNow war geboren. „Der Gedanke zu gründen, kam aber dann erst zum Ende des Studiums. Wir wollten, dass es mit der App nachhaltig weiter geht“, erinnert sich Steenweg.

Und der Plan ist aufgegangen: UniNow wird mittlerweile von Studierenden an über 400 Hochschulen aktiv genutzt und bietet weit mehr Funktionen als zu Beginn. Außerdem setzen 32 Hochschulen, darunter die Universität Magdeburg, Universität Würzburg und die Hochschule Mannheim, UniNow als Campus-App mit erweitertem Funktionsumfang wie die Campus-Map, den Newsfeed oder zum Corona-Tracking. Auch Firmen können die App nutzen, um ihre Stellenanzeigen zu veröffentlichen und die Alumni der Hochschulen direkt zu erreichen. Fachkräftesicherung 2.0 sozusagen – und das made in Magdeburg.