Student Anirban Saha machte aus der Not eine Tugend und gibt in seinem Podcast jetzt Tipps, wie internationale Studierende am besten einen Job in Magdeburg finden (Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg)
03.05.2021 aus 
Campus + Stadt
Trotz Sprachbarriere zum Traumjob

Die richtigen Antworten auf die drängendsten Fragen: Der Student Anirban Saha studiert im Master an der Uni Magdeburg und gibt in seinem Podcast Tipps zur Jobsuche für Internationals.

Anirban Saha hatte viele Fragen als er 2017 aus Kalkutta in Indien nach Magdeburg kam. Der 31-Jährige studiert Data and Knowledge Engineering im Master an der Uni Magdeburg. „Neben dem Studienangebot ist für internationale Studieninteressierte auch ein ausschlaggebendes Argument, ob es in der neuen Wahlheimat ein ausreichendes Angebot an Nebenjobs gibt, so war es auch bei mir“, erzählt der Masterstudent. Nach seiner Ankunft in der Landeshauptstadt fand er allerdings nur wenige Informationen und Antworten auf Englisch für seine drängenden Fragen. Um dies zu ändern und neuen Studienanfängern und -anfängerinnen den Start in Magdeburg zu erleichtern, engagiert er sich seit 2018 als Mentor und im Fachschaftsrat der Fakultät für Informatik. Durch seine Tätigkeiten wurde dem Studenten schnell bewusst, wo internationale Studierende Unterstützung benötigen. „Die Vorstellungen, dass Magdeburg eine kleine Stadt sei und es hier nur körperliche Arbeit für Studierende gebe, oder dass internationale Studierende es besonders schwer hätten, einen Job als studentische Hilfskraft an der Universität zu bekommen, sind weit verbreitet. Ich wollte Inhalte erstellen, die einige dieser Gerüchte widerlegen”, erzählt er. So entstand sein Podcast „Anirban Saha’s Podcasts“ bei dem er unter anderem Tipps zur Jobsuche für internationale Studierende gibt.

Anderen eine Hilfe sein

In jeder Podcast-Folge interviewt er Studierende aus Masterstudiengängen zu ihrer Arbeitserfahrung in Deutschland. „Ich wollte eine Mischung von Studierenden aus verschiedenen Kulturen der Länder Indien, Pakistan und Bangladesch. Meine Interviewpartner unterscheiden sich grundsätzlich: verschiedene Arbeitgeber, Branchen und alle haben unterschiedliche beruflichen Erfahrungen”, erklärt Anirban Saha.

Neben seinem Podcast betreibt der Wahl-Magdeburger seit 11 Jahren auch seinen persönlichen Blog in dem er über seine Erfahrungen, das Leben und Studieren in Sachsen-Anhalt berichtet. „Mich nun aber selbst beim Podcast zu hören, ist etwas seltsam. Ich bin noch dabei mich daran zu gewöhnen”, scherzt er. Am meisten gefalle ihm an dem Medium Podcast aber, dass man im Gegensatz zum klassischen Text auch Emotionen vermitteln kann und nicht nur Informationen.

Sich neu orientieren und Erfahrung weitergeben

Der Umzug von Kalkutta nach Magdeburg war für Anirban Saha ein Ausbruch aus seiner Komfortzone. Rückblickend profitierte er jedoch von diesem Schritt und der großen Unterstützung seiner Kolleginnen und Kollegen. „Wie viele meiner Kommilitoninnen und Kommilitonen war ich ein wenig ängstlich, aber es war nicht schwierig, meinen ersten Job im Magdeburg zu bekommen. Das Arbeitsumfeld war immer herzlich und meine Ideen wurden gut aufgenommen”, berichtet der Masterstudent.

Einen Tipp gibt er an Studienanfängerinnen und Studienanfänger stets weiter: Nicht nur die Sprache lernen, sondern auch sprechen! „Gute Deutschkenntnisse erweitern definitiv den Horizont und es gibt mehr Jobmöglichkeiten. Kein Deutsch zu können, schränkt den Spielraum ein. Aber es gibt auch viele Jobs für die die englische Sprache ausreicht”, sagt Anirban Saha. Außerdem empfiehlt er internationalen Studierenden sich die Stellenausschreibung genau durchzulesen, immer ehrliche Angaben zu machen und vor allem keine Angst vor einer Absage zu haben. „Falls sie verschiedene Berufserfahrungen haben, sollten sie am besten mehrere, bereichsspezifische Lebensläufe erstellen”, fügt er noch hinzu.

Pandemie-Hobbys und die Zukunft des Podcast

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen auch Anirban Saha, wie viele andere Studierende, hart. Vom anderen Ende der Welt auf sein Heimatland Indien zu blicken ist eine Herausforderung. „Am Anfang der Corona-Krise war es sehr beängstigend. Ich war sehr besorgt um meine Eltern zu Hause. Sie sind beide schon in einem fortgeschrittenen Alter. Ich war nicht sicher, wie sie mit der Veränderung umgehen und wie die Behörden auf die Situation reagieren würden”, erzählt er. Da Reisen sowie Freunde treffen keine Optionen mehr sind, hat Anirban Saha sich Alternativen gesucht. Er lernt neue Gerichte und beschäftigt sich derzeit viel in seiner Küche.

Auch sein Podcast hilft ihm als Ablenkung, denn zukünftig will er noch mehr neue Inhalte produzieren: Anirban Saha plant sowohl neue Podcast-Folgen, als auch Blogeinträge oder Videos. „Die Resonanz, die ich bisher bekommen habe, ist überwältigend. Nicht nur Studierenden der Uni Magdeburg, auch von anderen Universitäten fanden den Erfahrungsaustausch und die Tipps sehr nützlich”, sagt er. „Sie können sich darauf beziehen, denn fast überall haben die internationalen Studierenden sehr ähnliche Befürchtungen und machen ähnliche Erfahrungen”, meint er abschließend.