10.11.2021 aus 
Studium + Lehre
Der Wald zum Hören

Wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, kann man ihn aber hören: Germanistikstudentin Gesa Tunsch produzierte für das Seminar Medienpraxis den Podcast „Lauter Bäume“, in dem sie Experten und Expertinnen rund um den Wald befragte.

Inmitten des grünen Waldes steht die Studentin Gesa Tunsch, ausgestattet mit einem windgeschützten Mikrofon, und interviewt Menschen, die sich zwischen den Bäumen besonders gut auskennen: In ihrer ersten Folge des Podcasts „Lauter Bäume“ spricht sie beispielsweise über Wölfe, die missverstandenen Tiere des Waldes. Journalistische Unterstützung bei ihrem Projekt erhielt sie von MDR-Mitarbeiter Dr. Sebastian Mantei und von Dr. Kristin Kuck vom Lehrstuhl für Germanistische Sprachwissenschaft an der Uni Magdeburg.

Die richtigen Fragen finden

„Eine besonders neue Erfahrung war für mich, Interviewfragen vorzubereiten“, erzählt Gesa Tunsch, „und es war auch eine echte Lernerfahrung, mit einem Mikrofon vor einer Person zu stehen, die ich erst vor wenigen Minuten zum ersten Mal getroffen habe, und direkt Fragen zu stellen.“ Nach der Produktion von drei Podcastfolgen hat sie einiges gelernt: „Ich bin mit jedem Interview besser darin geworden, abzuschätzen, wie das Gespräch sich entwickeln könnte und welche Fragen auf jeden Fall gestellt werden müssen“, sagt die Studentin. Während des Seminars gaben Sebastian Mantei vom Mitteldeutschen Rundfunk und Dr. Kristin Kuck als Seminarleiterin Anleitungen dazu. Es lag nicht zuletzt an der Pandemie, dass Gesa Tunsch die einzige Teilnehmerin an dem Seminar war: „Obwohl die geringe Teilnehmerzahl für Frau Dr. Kuck und Herrn Mantei natürlich sehr schade war, führte es für mich aber zur individuellsten Lehre, die man sich nur wünschen kann.“

Gesa Tunsch im Interview mit Ulrich Wieland (c) Dr. Sebastian ManteiGesa Tunsch im Interview mit Ulrich Wieland (Foto: Dr. Sebastian Mantei)

Das Thema als Herausforderung

Dass sie auf jeden Fall bei dem Seminar dabei sein wird, war Gesa Tunsch sofort klar. Nachdem sie jahrelang Podcasts gehört und verfolgt hatte, konnte sie nun selbst aktive Sprecherin werden, ihr Thema auswählen, und nach ihrem Geschmack gestalten. „Ich habe mich absichtlich für das Thema Wald entschieden, worüber ich vorher noch nicht so viel wusste, um eine möglichst authentische Rechercheerfahrung zu bekommen“, erinnert sich die Podcast-Produzentin. Gemeinsam mit Sebastian Mantei kontaktierte Gesa Tunsch Experten und Expertinnen, wie beispielsweise eine Forstwissenschaftlerin oder Mitarbeiter vom Forstkompetenzzentrum in Iden. In jeder der drei Folgen steht ein anderes Thema rund um den Wald im Mittelpunkt: Die Wölfe, der Wald der Zukunft und die Vorteile des Waldes für den Menschen. „Es hat mir speziell gefallen, mit Themen herausgefordert zu werden, mit denen ich mich vorher noch nicht groß beschäftigt habe“, erzählt Gesa Tunsch. Wer gern mehr erfahren möchte, kann sich die drei Podcast-Folgen unter „Medienpraxis OVGU“ auf Anchor und Spotify anhören.

Im Studium medial austoben

Im Studiengang „Germanistik mit interdisziplinärem Profil“ können Studierende die Vertiefungsrichtung Medien wählen, um sich in einem breiten Spektrum medial auszuprobieren: Ob eigene Filme, Radiosendungen, Texte oder Podcasts können die Studierenden frei entscheiden. Basis bieten die sprachlichen und theoretischen Grundlagen, die ebenfalls vermittelt werden. Für ihren Podcast konnte Gesa Tunsch ihr Wissen anwenden: „Das Studium hat mein Auge dafür geschult, welche Inhalte ein Text wie vermittelt, und wie ich zum Beispiel bei einem Interview die Nachricht möglichst treffend rüberbringe“, erzählt sie. „Außerdem hat der Umgang mit vielen verschiedenen Textsorten mir ein gutes Gefühl dafür gegeben, wie ein Text zielgruppen-, genre- und anlassgerecht gestaltet sein sollte.“ Nach dem Seminar für Medienpraxis, das jedes Sommersemester in Kooperation mit dem MDR angeboten wird, kann sich Gesa Tunsch auch gut vorstellen, später ihre Nische im Journalismus zu finden.