Daniel Senst (links) und Martin Roye (rechts) mit dem Elektrorennwagen von UMD Racing (Foto: Hannah Theile / Uni Magdeburg)
24.01.2022 aus 
Studium + Lehre
Die Mobilität der Zukunft ist elektrisch

In einer Werkhalle an einem Rennwagen basteln, an Motoren herumschrauben und dabei noch einen wichtigen Teil zur Mobilität der Zukunft beitragen – auch so kann ein Studium aussehen. Martin Roye, Maschinenbaustudent und Daniel Senst, der Mechatronik studiert, sind wissenschaftliche Hilfskräfte im Kompetenzzentrum eMobility, in dem Forscherinnen und Forscher an einem neuartigen Elektrofahrzeug arbeiten. Außerdem ist das Kompetenzzentrum ein Teil des Forschungs- und Transferschwerpunktes Automotive. Als Schnittstelle der ingenieurtechnischen Fakultäten der Universität werden dort alle Aktivitäten im Bereich der Mobilitätsforschung gebündelt. Unterstützt wird Automotive vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Sachsen-Anhalt.

Martin Roye und Daniel Senst verbindet das Interesse an Motoren, dem sie nicht nur in ihrem Job als wissenschaftliche Hilfskräfte nachgehen können, sondern auch während ihrer Tätigkeit in der studentischen Initiative UMD-Racing. Dort haben die Studierenden die Möglichkeit, einen eigenen Rennwagen zu bauen und auch mit ihm im Rahmen der „Formula Student“ an Rennen teilzunehmen. Im Moment tüfteln sie an einem ersten eigenen Elektrorennwagen. So entstand auch die Verbindung zum Kompetenzzentrum eMobility (KeM). „Seit Beginn der Entwicklung unseres Elektrorennwagens stehen wir in regem Kontakt mit den Mitarbeitenden des KeM-Projektes. Sie haben das theoretische Wissen und die praktischen Erfahrungen, die uns bereits sehr geholfen haben“, so Martin Roye.

Ultima RS heißt das Elektroauto, das derzeit im Kompetenzzentrum entsteht. Ziel der Forschung ist es, Elektromobilität, Akkuentwicklung und Thermomanagementkonzepte, also die Konzepte zur Steuerung von Energieströmen, nachhaltiger und innovativer zu gestalten und schlussendlich beim Ultima RS anzuwenden. Herzstück eines jeden E-Autos ist die Batterie. Das Magdeburger Forscherteam nutzt im Akku Pouch-Zellen. Das sind weit verbreitete Bauformen eines Lithium-Ionen-Akkumulators. Ein Vorteil der Pouch-Zellen ist, dass diese durch die fehlenden Außengehäuse mit geringen Dicken, geringem Gewicht und auf die Anwendung angepassten Größen hergestellt werden können. „Am Ende ist die Wartung von Akku und Elektrofahrzeug allgemein schneller und günstiger“, erläutert Martin Roye. Er und Daniel Senst helfen als studentische Hilfskräfte bei dem Ulrima RS bei der Montage der Akkus und weiterer Baugruppen sowie bei der Anpassung bestehender Hochvoltkomponenten.

Durch ihre Mitarbeit am KeM-Projekt haben beide Studenten die Möglichkeit, ihr im Studium theoretisch erlerntes Wissen praktisch anzuwenden. „Außerdem erleben wir Innovation und Forschung hautnah“, meint der Maschinenbaustudent Martin Roye. Zudem erhalten sie hilfreiche Informationen, die auch für ihren Elektrorennwagen bei UMD Racing nützlich sind. „Im Projekt Ultima RS wird mit den beschriebenen Pouch-Zellen gearbeitet, welche eine sehr interessante Alternative zu unserem jetzigen, aus Rundzellen bestehenden, Akku im UMD-Racing-Elektroauto sind, da sich so andere Designs ergeben“, erklärt Daniel Senst, „weiterhin haben wir so immer Ansprechpartner, die wesentlich mehr Erfahrung haben als wir und uns so vor Fehlern schützen.“ Daniel Senst ist bei UMD-Racing im Unterdepartement „Low Voltage“ des Elektroautos tätig. „Dabei arbeite ich das gesamte Niedervoltbordnetz – sozusagen das zentrale Nervensystem – unseres Elektrorennwagens aus. Das heißt, ich entwerfe Platinen, Logikschaltungen und alle elektrische Sicherheitsschaltungen.“

Und auch die Zukunft wird sich bei Martin Roye und Daniel Senst um Elektromobilität und Motorsport drehen. Daniel Senst möchte als Motorsportfan seit seiner Kindheit gerne in den Rennsport einsteigen: „Ich denke, mit der Erfahrung, die ich im UMD-Racing-Team und im Kompetenzzentrum eMobility gesammelt habe und weiterhin sammeln werde, sind das die besten Voraussetzungen für meinen Berufseinstieg.“ Und auch Martin Roye will weiterhin Elektrorennwagen entwickeln und bauen. „Ich würde gerne an der Uni bleiben. Beim zukünftigen Projekten vom Kompetenzzentrum eMobility wäre ich dann also auch gerne dabei“, meint er mit einem Augenzwinkern.