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05.12.2025 aus
#myspot: Ein Spinnennetz der Digitalisierung

Manuel Lser und sein Team sind eine der zentralen Schnittstellen der Digitalisierung an der Uni, seit 2021 leitet er die Stabsstelle eVerwaltung. Als ich 2018 an der Uni meinen vorherigen Job als Projektassistenz im Dezernat Finanzen begann, hatte ich mit der Universitt noch eine Rechnung offen, erzhlt er lachend. Manuel Lser hatte nach dem Abi an der Uni Magdeburg Lehramt studiert, das Studium jedoch aus persnlichen Grnden kurz vor dem Abschluss beenden mssen. Nach dem danach folgenden Bachelor und Master in Wismar, war die Rckkehr zur Uni auch rckwirkend betrachtet fr ihn ein logischer und eindeutig richtiger Schritt: Heute kann ich darber schmunzeln, dass ich ausgerechnet an eben dieser Universitt nun eine kleine Gestaltungsrolle einnehmen darf.

Die Stabsstelle eVerwaltung betreut ein gewaltiges Aufgabenfeld: Sie koordiniert, moderiert oder leitet smtliche Digitalisierungsprojekte der Verwaltung und vieler zentraler Betriebseinheiten der Universitt. Eigentlich msste an unserer Tr Don Quijote hngen, nur dass unsere Windmhlen Aktenordner sind, sagt Manuel Lser schmunzelnd.

Bis zu 80 Projekte laufen gleichzeitig: vom neuen Formularserver ber eine einheitliche Gremiensoftware bis hin zur Einfhrung eines Identity- und Access-Management-Systems in Zusammenarbeit mit dem URZ, das perspektivisch alle Prozesse rund um Nutzerkonten vereinheitlichen und automatisieren soll. Sein Lieblingsprojekt? Momentan eindeutig die Arbeiten am neuen Personalportal: Es macht einfach Spa, mit allen Bereichen in Kontakt zu treten und tatschlich mal die konkreten Bedarfe zu hren. Zudem ist das Team perfekt zusammengestellt. Ebenfalls spannend sei im Moment das allgegenwrtige Thema KI.

Zur Veranschaulichung der Vielfltigkeit aber auch Zusammenhnge zwischen den Projekten nutzt das Team ein Spinnennetz: Wird an einem Faden gezogen, gert anderswo ebenfalls etwas in Bewegung, ein Bild, das dessen Arbeit treffend beschreibt.

Was hilft, bei dieser Komplexitt den berblick zu behalten? Ein enges Netzwerk, klare Kommunikation und vor allem das Team, das Manuel Lser als seine grte Strke bezeichnet. Jeder Tag beginnt mit kurzen Abstimmungsrunden, die bewusst Raum fr Menschliches wie Fachliches lassen. Einen typischen Arbeitstag gebe es nicht und genau das mache den Reiz fr ihn aus.

Manuel Löser stehend vor dem Campus Theater (c) Jana Dünnhaupt Uni Magdeburg

Die Universitt msse sich im mitteldeutschen Vergleich nicht verstecken, betont Manuel Lser: Wir sind in der Digitalisierung weiter, als viele glauben. Wir schaffen es momentan nur noch nicht, all die Entwicklungen intern zu kommunizieren. Besonders stolz ist er auf die gestiegene Akzeptanz digitaler Vorhaben in der Verwaltung, zudem auf die hervorragend funktionierende enge Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Universittsrechenzentrum und dem Datenschutz. Ein wichtiger Erfolg war fr ihn die Einrichtung des Gremiums zur Softwarebeschaffung, das alle relevanten Instanzen zusammenbringt und Entscheidungen bndelt: Das erleichtert unglaublich viel und sorgt fr Effizienz und Transparenz.

Trotzdem gibt es Herausforderungen, vor allem knappe Personalressourcen in der IT. Lser spricht vom Busfaktor: Wenn eine Person krank wird oder fiktiv den Bus verpasst, fehlt oft genau die eine Person mit Spezialwissen, das nicht einfach zu ersetzen ist. Auch, weil viele Einzelpersonen mehrere Systeme gleichzeitig administrieren mssen. Auf feste Zeitplne verzichtet die Stabsstelle grtenteils bewusst: Die alltgliche Arbeit sei zu unvorhersehbar, zu viele Prozesse griffen ineinander.

Dennoch bleibt Lser optimistisch: Wir haben eine groe Basis, die bereit ist, sich aktiv einzubringen und mitzudenken, wie wir als Uni vorankommen knnen. Und wir haben im direkten Arbeitsumfeld eine offene Kommunikationskultur, die unglaublich wertvoll ist. Da drfen auch mal Fehler passieren, sonst wrden wir aus dem Planen niemals ins Machen kommen.

Wer den ganzen Tag zwischen Projekten, Meetings und Prioritten jongliert, braucht Orte zum Durchatmen. Fr Lser ist das die Krm-Kaffeebar im Gebude 22. Der Kaffee sei der beste der Stadt, der tgliche Besuch bei Steffi eine kleine Auszeit, oft verbunden mit einem Spaziergang durch den Nordpark. Das ist meine halbe Stunde Ruhe am Tag. Dass die Kaffeebar inzwischen von einem regionalen Anbieter betrieben wird, freut ihn besonders.

Sein zweiter Lieblingsort liegt einige Straen entfernt und ist eng mit seiner Vergangenheit verknpft: das CampusTheater, in dem frher der Projekt 7 beheimatet war, ein Studentenclub, wo vor allem Indie-Bands gespielt haben und der vom studentischen Projekt 7 e.V. gefhrt wurde. Lser nennt es liebevoll sein ehemaliges zweites Zuhause. Dort besuchte er Konzerte, pflegte Freundschaften und lernte seine Frau kennen. Heute erinnert ihn der Ort an eine Zeit, in der Magdeburg kulturell vielfltiger war: Es ist schade, dass so viele Rume verschwunden sind. Es gibt kaum noch Orte zum Tanzen oder fr kleine Konzerte. Das einstige Projekt 7 steht fr ihn daher sowohl fr persnliche Erinnerungen als auch sinnbildlich fr eine verfehlte Kulturentwicklung der Stadt.

Wer Manuel Lser kennenlernt und mit ihm spricht, merkt schnell, dass er seinen Job wirklich als Mglichkeit der Gestaltung wahrnimmt und mit Beharrlichkeit und auch viel Humor die Digitalisierung an der Uni vorantreibt und der trotz hoher Geschwindigkeit Momente findet, um durchzuatmen: ein guter Kaffee, ein Spaziergang oder die Erinnerung an Orte, die ihn geprgt haben.

Seine Arbeit, sagt er, mache ihm vor allem deshalb Freude, weil wir eine groe Spielwiese haben und das Vertrauen, sie zu nutzen.

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Autor:in: Lisa Baaske