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30.04.2026 aus 
Studium + Lehre
"Probiert euch aus!"

„Magdeburg hat viele schöne Ecken, wenn man davon weiß, mit vielen inspirierenden und tollen Menschen, die sich für die Stadt engagieren und tolle Sachen schaffen.“ So blickt Verena Walterbach auf ihre Heimatstadt seit ihrer Studienzeit. Die heutige Referentin schloss den Masterstudiengang Bildungswissenschaft mit Schwerpunkt interkulturelle und internationale Bildungsforschung im Jahr 2019 ab. Danach folgten unterschiedliche Stellen als Praktikantin, Hiwi und eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Pädagogik und Medienbildung, sowie im heutigen Büro für Gleichstellung und Familie.

Mittlerweile arbeitet Verena als Referentin für wissenschaftliche Karriereentwicklung am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg. Ihre Aufgabengebiete beinhalten unter anderem: das Führen von Beratungsgespräche, individuelle Karriereberatung, Infrastruktur und Sichtbarmachung von Karrierethemen, sowie Schnittstellenthemen zur Geschäftsführung, Personalabteilung, Veranstaltungsplanung (z.B. Mentoringprogramme, Career Talks, usw.), das Schaffen eines Safer Space und Vertraulichkeit für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in wissenschaftlichen Qualifikationsphasen.

Gleichzeitig promoviert sie derzeit selbst in Chemnitz im Bereich der Biografieforschung zu wissenschaftlichen Karrieren. Ihre Erfahrung aus allen Bereichen nutzt Verena unter anderem, um Synergien innerhalb ihrer aktuellen Berufstätigkeit und ihrer eigenen Promotion herzustellen.

Ursprünglich bewarb sich Verena Walterbach für einen Master in Migrationspädagogik in Oldenburg. Sie hatte bereits eine Unterkunft gefunden, als sie die Rückmeldung erreichte: Ihre Unterlagen kamen nicht rechtzeitig an, weswegen ihre Bewerbung abgelehnt wurde. Walterbach beschloss, sich nach einiger Überlegung in Magdeburg zu bewerben. Schon zuvor nahm sie dort an dem Methodenworkshop zur qualitativen Bildungs- und Sozialforschung des Zentrums für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) teil, wo sie später selbst auch als Hiwi arbeitete. „Aus dieser Erinnerung heraus dachte ich jedenfalls, dass ich an der Uni Magdeburg die qualitativ-empirische Forschung vertiefen könnte. Ich habe mich dann aber für Bildungswissenschaft mit dem Schwerpunkt interkulturelle und internationale Bildungsforschung entschieden, der forschungsorientiert war“, erklärt die heutige Referentin ihre Entscheidung.

Eine Entscheidung, über die sie sehr froh ist. Im Studium lernte sie den mittlerweile verstorbenen Soziologiedozenten der OVGU Dr. Thomas Reim kennen und blieb mit ihm in Kontakt. Beide organisierten Forschungswerkstätten, schrieben Artikel und tauschten sich über das aktuelle Promotionsprojekt aus. Daraus entstand eine Freundschaft. Bis heute nimmt die Absolventin an den Workshops des ZSM teil und ist dort auch selbst Mitglied.

Für all jene Absolventinnen und Absolventen, die über ihren eigenen Karriereweg nachdenken, hat Walterbach folgende Gedanken, die sie ihnen mit auf ihren Weg geben möchte: „Probiert euch aus: Es gibt in den seltensten Fällen gerade Biografien und das ist das Schöne daran. Aus den Umwegen lernen wir viel über uns selbst und für die Zukunft. Verknüpft Themen, die euch interessieren z. B. Hausarbeiten, mit Themen, die euch in der Freizeit beschäftigen, unterhaltet euch mit Leuten aus Bereichen, die ihr spannend findet, macht Praktika, nehmt an einem Mentoring teil, macht ein Ehrenamt oder verreist. Ihr könnt euch nach dem Studium immer noch für ein anderes berufliches Feld entscheiden“, erklärt Walterbach mit Hinblick auf ihren eigenen Weg. Sie rät zu verschiedenen Möglichkeiten, sich selbst zu finden, wie etwa Praktika oder ehrenamtliche Arbeit, egal ob vor oder nach Studienende. 

Walterbach selbst hat im Studium für zweieinhalb Monate an einem Workaway in Vietnam teilgenommen, wo sie ehrenamtlich Deutsch und Englisch unterrichtet hat. Verpflegung und Unterkunft wurden ihr bereitgestellt, eine Bezahlung gab es nicht. Die Erfahrungen aus Vietnam sind für sie unbezahlbar und ein perfektes Beispiel für Nichtlinearität.

Autor:in: Yannick Dieser