���Wenn man eine Bohrmaschine testen will, probiert man sie erst an einem St��ck Holz aus und nicht gleich am ganzen Haus���, sagt Noah M��ller vom Institut f��r Chemie der Otto-von-Guericke-Universit��t Magdeburg. Mit diesem Vergleich beschreibt er, worum es in seiner Forschung geht: Neue medizinische Ger��te erst einmal sicher im Labor zu pr��fen, bevor sie an Tieren oder Menschen eingesetzt werden.
Der Doktorand arbeitet in der Core Facility Tissue Engineering unter der Leitung von Prof. Heike Walles. Dahinter steckt ein interdisziplin��res Forschungsfeld, in dem Ingenieurwissenschaften, Biologie und Materialforschung zusammenkommen. Ziel ist es, im Labor k��nstliches Gewebe oder sogar ganze Organstrukturen herzustellen.
F��r seine Arbeit wurde Noah M��ller k��rzlich mit dem IHK-Forschungspreis ausgezeichnet. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Zellphantome, k��nstliche Modelle, die menschliches Gewebe nachahmen. ���Sie k��nnen wir einsetzen, um medizinische Ger��te und neue Therapien zu testen���, erkl��rt er. Fehler oder Verbesserungsbedarf lassen sich so sehr fr��h erkennen, noch bevor Tierversuche oder klinische Studien n��tig werden. Das spart Zeit und reduziert die Zahl der Versuche an Tieren. Ein Schwerpunkt seiner Forschung ist die Tumorbehandlung.

Noah M��ller im Labor (Foto: Jana D��nnhaupt/Uni Magdeburg)
In einer aktuellen wissenschaftlichen Ver��ffentlichung untersuchte Noah M��ller ein Ger��t zur sogenannten irreversiblen Elektroporation. Dabei werden kurze, starke elektrische Pulse eingesetzt, um die H��lle von Tumorzellen gezielt zu sch��digen. Anders als bei vielen bisherigen Verfahren wird dabei nicht mit Hitze gearbeitet. ���Hitze zerst��rt zwar Tumorzellen, sch��digt aber oft auch gesundes Gewebe. Das kann Entz��ndungen verursachen���, erkl��rt der Ingenieur. Die Elektroporation gilt als nicht-thermische Methode. Im Idealfall bleibt das umliegende Gewebe erhalten, w��hrend die Krebszellen in einen kontrollierten Zelltod ��bergehen.
Die Grundlage f��r diese Tests bildet ein spezielles Gel, meist auf Kollagenbasis. ���Man kann sich das vorstellen wie eine Mischung aus Wackelpudding und einem aufgeweichten Gummib��rchen���, sagt Noah M��ller schmunzelnd. In dieses Hydrogel werden zuvor gez��chtete Zellen eingebracht, die dort dreidimensional wachsen k��nnen. So lassen sich Tumorgewebe und gesundes Gewebe realit��tsnah nachbilden. Die Eigenschaften des Gels, etwa Wassergehalt oder elektrische Leitf��higkeit, k��nnen dabei so angepasst werden, dass sie bestimmten Organen ��hneln. Mit diesen gewisserma��en k��nstlich hergestellten Tumoren haben die Wissenschaftler die M��glichkeit zu beobachten, wie das Tumorgewebe auf neue Therapien reagiert.
In seinem Promotionsprojekt geht M��ller noch einen Schritt weiter: Er m��chte k��nstliche Blutgef����e in die Zellmodelle integrieren. ���Wenn das Modell gr����er wird, sterben die Zellen im Inneren, weil sie keine N��hrstoffe mehr bekommen���, erkl��rt er. Ein k��nstliches Gef����system soll k��nftig f��r eine bessere Versorgung sorgen. Das w��re ein wichtiger Schritt, um gr����ere und komplexere Modelle zu entwickeln und damit noch anspruchsvollere medizinische Ger��te testen zu k��nnen.
Was ihn an seiner Arbeit begeistert, ist die Vielfalt. Biologische Fragen spielen ebenso eine Rolle wie Materialentwicklung, Konstruktion und technische Planung. ���Es ist ein junges Forschungsfeld, in dem noch viel m��glich ist���, sagt der Wissenschaftler.
Gro��e Karrierepl��ne formuliert er bewusst nicht. Viel wichtiger sei ihm, neugierig zu bleiben und Freude an der Forschung zu haben. F��r seine Zukunft hat er einen einfachen Wunsch: ���Gl��cklich zu sein, das ist das Wichtigste. Und Tissue Engineering noch weiter voranzutreiben, um mehr Menschen zu helfen.���