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08.01.2026 aus 
Forschung + Transfer
Mit Virtual Reality die Entwicklung des Herzens verstehen

„Ich helfe Menschen, anderen Menschen zu helfen. Das motiviert mich ungemein“, sagt Dr. Danny Schott mit einem Lächeln. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe für Virtual und Augmented Reality an der Fakultät für Informatik der Uni Magdeburg. Für seine Arbeit wird er in diesem Jahr mit dem Klaus-Erich-Pollmann-Forschungsförderpreis ausgezeichnet.

In seiner Forschung entwickelt Danny Schott mit Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen computergestützte Erlebniswelten wie eine Lernapplikation zur embryonalen Herzentwicklung. Sie ermöglicht Medizinstudierenden, die komplexen Entwicklungsprozesse des Herzens räumlich und intuitiv zu erfassen. „Lehrbücher und Videos reichen oft nicht aus und Virtual Reality macht die Abläufe greifbar“, erklärt er. Bei der Umsetzung arbeitet er eng mit Ärztinnen und Ärzten sowie Lehrenden aus der Anatomie der Universitätsmedizin Magdeburg zusammen. 

Warum aber die embryonale Herzentwicklung? In den frühen Entwicklungsphasen des Herzens fänden besonders komplexe Formveränderungen innerhalb eines kurzen Zeitraums statt, die mit traditionellen Methoden schwer zu verstehen seien, so Schott. Hier setzt seine Arbeit an: Mithilfe einer VR-Brille können Studierende die einzelnen Entwicklungsstufen interaktiv erleben und das embryonale Herz quasi selbst „in die Hand nehmen“ und verformen. „Dieses tiefere Verständnis für das Organ ist nicht nur für das Lernen entscheidend, sondern auch für die spätere klinische Praxis. Wer die Herzentwicklung versteht, kann angeborene Fehlbildungen, die vielleicht auch erst im Erwachsenenalter auftreten besser erkennen und behandeln“, sagt Schott.

Die Auszeichnung mit dem Klaus-Erich-Pollmann-Forschungsförderpreis empfinde er als große Anerkennung, so Danny Schott weiter: „Es freut mich sehr, dass dieses Thema als preiswürdig gilt und VR-Forschung so sichtbarer wird. Das ist eine echte Wertschätzung.“ Jungen Forschenden rät er: „Probiert euch aus, stellt Fragen, geht auch mal Umwege und hört vor allem auf euer Bauchgefühl. Wenn man für ein Thema brennt, lohnt es sich, dranzubleiben, auch wenn das Umwege bedeutet.“

Dr. Danny Schott plant, die VR-Anwendungen weiterzuentwickeln und in die Curricula der medizinischen Ausbildung zu integrieren. Bereits vereinbart sind Tests an verschiedenen Universitätskliniken sowie die Erweiterung auf weitere Organsysteme wie Gehirn oder Magen. Auch künstliche Intelligenz soll zum Einsatz kommen. „Ich will neue Technologien erproben, sehen, was wirklich nützt – und so die medizinische Ausbildung dauerhaft besser machen“, sagt er. 

Autor:in: Lisa Baaske