Wenn die Musik einsetzt, ver��ndert sich etwas im Raum. Die K��rper richten sich auf, die Schritte werden sicherer und die Gesichter weicher. F��r viele Menschen mit Parkinson ist Bewegung mit Unsicherheit verbunden. Doch hier, in der Sporthalle 2 der Otto-von-Guericke-Universit��t Magdeburg in der Zschokkestra��e 32, scheint diese Unsicherheit f��r einen Moment zu verschwinden. Seit Fr��hjahr l��uft an der Universit��t ein international entwickeltes Tanz- und Musikprogramm, dass das Gehirn vielseitig multisensorisch stimuliert und anregt motorische Schwierigkeiten zu kompensieren. Nach dem Abschluss der ersten Studienkohorte im September zeigt sich ein au��ergew��hnlich positives Bild: Alle Teilnehmenden erlebten das Tanztraining als sehr bereichernd und berichteten von sp��rbaren Verbesserungen im Alltag sowohl k��rperlich als auch mental.
Das insgesamt achtzehnw��chige Tanzprogramm kombiniert feststehende Choreografien mit angeleiteten Improvisationsphasen und schafft so einen einzigartigen Raum, in dem Bewegung, Kreativit��t und Lebensfreude wieder selbstverst��ndlich werden. Viele Teilnehmende beschrieben, wie sie sich durch den Tanz neu mit ihrem K��rper verbunden f��hlten und bislang ungewohnte Ausdrucksm��glichkeiten entdeckten.
Die Ergebnisse der ersten Studienphase zeichnen ein klares Bild: Die Teilnehmenden berichteten von sichtbaren Verbesserungen in Bewegungsabl��ufen, gr����erer Stabilit��t, mehr Aktivit��t im Alltag und von etwas, das sich nur schwer messen l��sst: von neuer Zuversicht.
Der Erfolg des Programms liegt vermutlich in seinem ganzheitlichen Charakter. K��rperliche F��rderung ist untrennbar mit Kreativit��t, emotionaler St��rkung und sozialer Einbindung verbunden. F��r viele Betroffene entsteht daraus ein Raum, in dem sie sich nicht ��ber ihre Erkrankung definieren m��ssen, sondern ��ber ihre k��rperliche und mentale Fitness. Der Austausch ��ber pers��nliche Erfahrungen, das gemeinsame ��ben und die Musik wurden als besonders wohltuend und st��rkend erlebt. Neben sichtbaren Verbesserungen bei Bewegungsabl��ufen und Gleichgewicht r��ckten vor allem Freude, Mut und ein Gef��hl von Verbundenheit in den Mittelpunkt. Ein Blick in die Testergebnisse zeigt einen deutlichen Effekt, insbesondere bei einer alltagsnahen ��bung: dem Aufstehen von einem Stuhl. Die Teilnehmenden des Programms erzielten nach nur 18 Wochen beeindruckende Fortschritte: Die Zeit, die sie ben��tigten, um f��nfmal ohne Unterst��tzung mit den H��nden auf- und wieder abzusitzen, verk��rzte sich im Durch-schnitt um vier Sekunden. Ein deutliches Signal daf��r, dass sowohl die Beinkraft als auch die Sicherheit beim Wechsel zwischen Sitzen und Stehen sp��rbar zugenommen haben. Auch beim Gehen zeigte sich ein klarer Effekt: Auf einer 10-Meter-Strecke erh��hten die Teilnehmenden ihre Gehgeschwindigkeit um rund zehn Prozent. Diese Verbesserungen unterstreichen, wie sehr regelm����iges k��rperliches und mentales Training, kombiniert mit Musik, die Lebensqualit��t st��rken kann. Das best��tigt auch ein Blick auf das seelische Wohlbefinden. Gemessen mit dem international anerkannten WHO-5-Fragebogen stieg dieses im Verlauf des Tanzprogramms um etwa 22 Prozent. Ein solcher Wert steht f��r deutlich mehr Energie und Lebensfreude und gilt wissenschaftlich als Hinweis auf eine verbesserte psychische Gesundheit.
Viele Teilnehmende m��chten daher weitermachen und haben sich entschieden, weiterhin an einem Parkinson-Tanzprogramm des Universit��tssportclubs teilzunehmen, um ihre neu gewonnenen Bewegungskompetenzen zu festigen und langfristig zu erhalten.
Au��erdem sind weitere Studien zu Beginn des Jahres geplant und eine Teilnahmeanmeldung ist ab sofort m��glich. Wer zweimal w��chentlich (immer mittwochs und freitags) an einem 18-w��chigen Tanztraining teilnehmen m��chte, ist herzlich willkommen. Auch Angeh��rige und Begleitpersonen sind herzlich eingeladen. Interessierte k��nnen sich direkt bei Ulrike Gro�� melden und Teil dieses wachsenden Projekts werden.