Während andere Studierende nach den Vorlesungen Hausarbeiten schreiben, arbeitet Iuliia Kuzminova an ihrem ersten Unternehmen. Die Studentin des englischsprachigen Bachelorstudiengangs International Business and Economics an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickelt gemeinsam mit ihrem Mitgründer Sajjad Khawari ein Startup, das die Krebsfrüherkennung verbessern soll.
Für Iuliia, die gebürtig aus Sacha kommt, war Magdeburg bewusst die erste Studien-Wahl. Sie suchte eine Universität mit einem englischsprachigen Studienangebot, einem guten Ruf und einer überschaubaren Stadtgröße. „Die Universität hat genau das geboten, was ich gesucht habe. Außerdem gefällt mir der Campus sehr, besonders die Universitätsbibliothek.“
An ihrem Studium schätzt sie vor allem die Flexibilität. „Gleichzeitig bietet die Universität zahlreiche Möglichkeiten für alle, die sich für Unternehmertum interessieren. Gründungsprogramme, Mentorinnen und Mentoren sowie vielfältige Unterstützungsangebote erleichtern es, eigene Ideen weiterzuentwickeln und erste Schritte in Richtung Unternehmensgründung zu gehen“, so die Studentin.
Denn es stand für Iuliia schon früh fest, dass sie ein eigenes Unternehmen gründen möchte. Inspiriert wurde sie dabei insbesondere von ihrer Mutter, die eine erfolgreiche Karriere im Bankensektor aufgebaut hat. „Sie hat mir schon früh gezeigt, was Selbstvertrauen, Eigenständigkeit und Führungsstärke bedeuten“, sagt sie. In Deutschland lernte sie zudem ein Startup-Ökosystem kennen, das Studierende dabei unterstützt, aus Ideen reale Projekte zu machen.
Ihre Geschäftsidee ist eng mit einer persönlichen Erfahrung verbunden. „Vor einigen Jahren erkrankte meine Schwester an Krebs. Obwohl sie heute wieder gesund ist, suchte sie erst spät medizinische Hilfe auf. Das brachte mich zum Nachdenken, ob es eine niedrigschwellige Lösung für Krebsfrüherkennung gibt.“ Also entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Mitgründer das Startup Cancer EarlySignalLab. Die erste Idee der beiden: Nutzerinnen und Nutzer entnehmen per Mikrosampling zu Hause eine Blutprobe, die auf Biomarker analysiert wird. Eine KI soll die Daten im Zeitverlauf auswerten, um Veränderungen früh sichtbar zu machen, noch bevor klinische Schwellenwerte erreicht werden.
Bei der Umsetzung profitiert sie von ihrem Studium. „Die Kombination aus Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Finanzen und Management liefert mir das nötige Handwerkszeug, um Marktanalysen durchzuführen, Kosten zu kalkulieren, Geschäftsmodelle zu entwickeln und strategische Entscheidungen auf Basis von Daten zu treffen.“
Unterstützung erhält die Gründerin außerdem vom Transfer- und Gründerzentrum (TUGZ) der Universität. Ab August wird sie außerdem Teil des EXIST-Women-Programmes sein und dort mit Mentorinnen und Mentoren sowie Gründungscoaches zusammenarbeiten. Workshops und individuelle Beratung helfen ihr schon jetzt dabei, sowohl die Geschäftsidee als auch die Unternehmensstrategie weiterzuentwickeln.
Auch langfristig soll das Unternehmen in Magdeburg bleiben. „Hier studiere ich, hier habe ich mein Netzwerk aufgebaut und hier haben wir Unterstützung für unsere Idee gefunden. Deshalb war es für uns selbstverständlich, unser Startup in Magdeburg zu gründen.“
Bereits jetzt konnte das Team erste Erfolge verbuchen: Cancer EarlySignalLab wurde beim Wettbewerb Samsung Solve for Tomorrow – Tech for Life unter die elf besten Teams gewählt. Als Nächstes präsentiert das Startup seine Idee vor einer Jury in Frankfurt.
Parallel arbeiten sie daran, das technische Konzept weiterzuentwickeln, Kontakte zu Forschenden und medizinischen Expertinnen und Experten aufzubauen und den Ansatz wissenschaftlich zu validieren. Zudem bewirbt sich das Startup kontinuierlich für weitere Förderprogramme und Gründungsinitiativen.
„Langfristig wollen wir ein marktreifes Produkt entwickeln. Dafür brauchen wir ein starkes Team, das gemeinsam mit Forschenden und klinischen Partnern die Technologie weiterentwickelt und ihre Wirksamkeit überprüft. Perspektivisch soll die Lösung möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden“, so Iuliia abschließend.
Darüber hinaus nimmt das Team am Community Award des Samsung Solve for Tomorrow – Tech for Life-Wettbewerbs teil und freut sich über Unterstützung. Wer für Cancer EarlySignalLab abstimmen möchte, kann bis zum 13. Juli den Beitrag auf LinkedIn mit einem 🔬-Emoji kommentieren.