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13.05.2026 aus 
Campus + Stadt
Gemeinsame Verantwortung für europäische Hochschulzusammenarbeit

Eine Woche lang wurde der Campus der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Zentrum europäischer Hochschulzusammenarbeit: Vom 5. bis 7. Mai 2026 kamen beim Board of Rectors Meeting der EU GREEN Alliance Rektorinnen und Rektoren, Delegationen sowie Studierende und Vertreterinnen und Vertreter der Partneruniversitäten in Magdeburg zusammen. Im Fokus standen der gemeinsame Austausch über die Zukunft der Allianz, die Weiterentwicklung eines europäischen Campus sowie Fragen der digitalen Transformation von Hochschulen.

Ein zentrales Ergebnis des Treffens war das gemeinsame Bekenntnis aller Rektorinnen und Rektoren, die EU GREEN Alliance langfristig weiterzuentwickeln und strategisch noch stärker in den Partneruniversitäten zu verankern. Für die kommende Phase wurden dabei klare Schwerpunkte definiert: Dazu zählen unter anderem die stärkere Harmonisierung von Studienprogrammen bzw. Fortführung von Joint Degree Programmen, intensivierte Erasmus+-gestützte Mobilität, regionaler Wissenstransfer sowie gemeinsame Kommunikationsaktivitäten und die Erhöhung der gemeinsamen Sichtbarkeit. Zugleich wurde die Rolle von EU GREEN als Plattform zur Förderung europäischer Werte und eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums hervorgehoben. Mit der zweiten „Conference of Parties“ zum Jahresende wird die Zusammenarbeit mit Städten und Regionen weiter ausgebaut. Parallel schreitet auch die Umsetzung der gemeinsamen digitalen Infrastruktur der Allianz voran.

Ein besonderes Highlight der Woche war die erste hybride Paneldiskussion von EU GREEN an der Uni Magdeburg. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten weiterer European University Alliances wurde darüber diskutiert, welche Rolle europäische Hochschulallianzen bei der digitalen Transformation und der Entwicklung innovativer Lehr- und Lernformate spielen können. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für einen alliance-übergreifenden Austausch über gemeinsame Herausforderungen und Perspektiven. Die Aufzeichnung der Diskussion ist online verfügbar.

Tagungseröffnung (c) Jana Dünnhaupt Uni Magdeburg

Die hybride Paneldiskussion. (Foto: Jana Dünnhaupt/Uni Magdeburg)

Auch der Austausch zwischen Studierenden der Uni und dem EU GREEN Student Council machte deutlich, wie wichtig die europäische Zusammenarbeit über institutionelle Ebenen hinaus ist. In Gesprächen über persönliche Erfahrungen, Erwartungen und die Frage „What does Europe mean to us?“ standen insbesondere studentische Perspektiven innerhalb der Allianz im Mittelpunkt.

Die zentrale Bedeutung Europas für die EU GREEN Allianz wurde durch den Grußwort des Europaministers von Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, noch einmal bekräftigt. Er bezeichnete Europa und die Europäische Union als „unsere beste Chance, Frieden und Wohlstand zu sichern“ und betonte die Bedeutung Europas als resiliente und wertebasierte Gemeinschaft. Zugleich würdigte er die European University Alliances als wichtigen Ausdruck europäischer Werte und hob hervor, dass EU GREEN gezielt auch ländliche Regionen und deren Potenziale in Forschung und Innovation stärkt. Seine Teilnahme unterstrich damit die zentrale Rolle europäischer Zusammenarbeit und gemeinsamer Werte für die Allianz und ihre langfristige Entwicklung. 

„Europäische Hochschulallianzen sind kein Zusatzprojekt mehr, sondern ein zentraler Baustein für die Zukunft des Wissenschaftssystems. Wer in Europa konkurrenzfähig bleiben will, muss Hochschulen stärker vernetzen und ihnen ermöglichen, als gemeinsamer europäischer Campus zu handeln“, so der Rektor, Prof. Jens Strackeljan. Für die Universität sei das ein tiefgreifender Entwicklungsschub und eine große Chance, erklärt Prof. Strackeljan weiter: „Es bedeutet mehr internationale Sichtbarkeit, mehr wissenschaftliche Anziehungskraft und mehr Zugang zu europäischen Talenten, Ideen und Förderstrukturen." Auch für die Stadt Magdeburg und das Land Sachsen-Anhalt hätte ein solcher europäischer Hochschulraum spürbare Wirkung, so der Unirektor. „Eine Universität, die Teil eines europäischen Campus ist, zieht internationale Studierende, Forschende und Partner an. Das stärkt nicht nur den Wissenschaftsstandort, sondern auch die Stadt als offenen, dynamischen und internationalen Lebensraum. Für Sachsen-Anhalt eröffnet das die Chance, sich im europäischen Wettbewerb stärker als Standort für Wissen, Fachkräfte und Zukunftstechnologien zu positionieren. Dass diese Debatte im Mai in Magdeburg geführt wurde, stärkt die Universität ebenso wie den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt.“

In der Woche wurde deutlich, dass EU GREEN in den vergangenen Jahren zu einer vertrauensvollen Allianz gewachsen sei, so Koordinatorin von EU GREEN an der Uni Magdeburg, Dr. Anne Herbik. „Getragen von langfristigem Engagement, enger Kooperation und dem gemeinsamen Ziel, europäische Hochschulen stärker miteinander zu vernetzen.“

Parallel zum Board of Rectors Meeting fanden mit der „Growing up the Future: Education for Sustainability“-Konferenz sowie dem Delegationsbesuch der Verwaltungsleitungen der University of Angers weitere Veranstaltungen statt, an denen Gäste aus verschiedenen Partneruniversitäten der Allianz beteiligt waren. 

Neben dem Board of Rectors tagten in Magdeburg auch weitere zentrale Gremien der Allianz: Das Board of Rectors legt die strategische Richtung von EU GREEN fest. Der Senat entwickelt daraus konkrete Schwerpunkte für Forschung, Lehre, Internationalisierung und gesellschaftliches Engagement. Das Executive Committee steuert die praktische Umsetzung der Allianzarbeit in den verschiedenen Arbeitsbereichen. Ergänzt wird die Struktur durch den Student Council, der die Interessen der Studierenden vertritt und ihre Perspektiven in die Arbeit der Allianz einbringt.

„Die Woche machte sichtbar, wie intensiv die Zusammenarbeit innerhalb von EU GREEN inzwischen gelebt wird, nicht nur auf institutioneller Ebene, sondern auch durch den Austausch zwischen Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Mitarbeitenden der beteiligten Hochschulen“, so Anne Herbik. „Wir möchten uns als EU GREEN-Team bei allen Rektorinnen und Rektoren, Delegationen, Studierenden, Mitarbeitenden sowie Expertinnen und Experten für die offenen Gespräche, die konstruktive Atmosphäre und den gemeinsamen Austausch bedanken.“

Die europäische Hochschulallianz EU GREEN vereint neun Universitäten mit dem Ziel, den europäischen Hochschulraum nachhaltiger, vernetzter und internationaler zu gestalten. Gemeinsam arbeiten die Partneruniversitäten an innovativen Konzepten für Lehre, Forschung und Mobilität sowie an gemeinsamen digitalen und akademischen Strukturen.

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Autor:in: Alexandra Reilly/Lisa Baaske