BWL-Studentin Johanna Oppermann auf dem Campus der Uni Magdeburg (Foto: Hannah Theile / Uni Magdeburg)
17.12.2021 aus 
Studium + Lehre
Aus dem Uniseminar ins Unternehmen

Weihnachten steht kurz vor der Tür. Neben einer festlich geschmückten Wohnung, genießt man gerne die freie Zeit mit Freunden und Familie. Da dürfen Plätzchen für die gemütliche Kaffeerunde nicht fehlen. Was macht man aber, wenn der Großteil der Familie sich vegan ernährt? Kann man das Ei im Teig durch was anderes ersetzen? Johanna Caroline Oppermann, Masterstudentin der Betriebswirtschaftslehre an der Uni Magdeburg, kennt die Lösung. Die gebürtige Niedersächsin arbeitet als Werksstudentin bei Schlagfix. Das Unternehmen hat jetzt einen neuen veganen und laktosefreien Eiersatz auf den Markt gebracht, den man nicht nur zum Backen und Kochen nutzen kann, sondern auch für Rührei und Omelette. Und: Viele der Schlagfix-Produkte sind sogar als koscher und halal zertifiziert.

„In einer Gesellschaft, in der ich alles sein kann, was ich sein möchte, ist mein Ziel eins: laut zu sein für Lebewesen, die nicht selbst ihre Stimme erheben können, die aber genauso leben möchten, wie wir alle anderen Lebewesen auch“, erklärt die 22-Jährige. Sie selbst lebt seit ihrem elften Lebensjahr vegetarisch und seit einem halben Jahr vegan. „Durch die vegane Lebensweise wird automatisch der eigene CO2- Fußabdruck um ein Vielfaches reduziert“, berichtet Johanna und macht damit auf die Klimakrise, die die gesamte Weltbevölkerung betrifft, aufmerksam. Ein erheblicher Teil der Treibhausgase verursacht die Weltbevölkerung durch den hohen Fleischkonsum. Um diesen zu decken, müssen vermehrt Tiere wie Kühe großgezogen, Regenwaldflächen für Futter gerodet, um als monokulturelle Ackerfläche zu dienen und schlussendlich ein Lebewesen getötet werden, um den menschlichen Genuss zu stillen. Aber nicht nur die Fleischindustrie sondern auch die Milch-, Käse-, und Eierindustrie trägt zu Tierleid bei. „Kühe geben ja nicht Milch ab, weil sie Kühe sind, sondern weil sie Babys bekommen, die ihnen direkt nach der Geburt weggenommen werden, damit die Milch, die eigentlich für die Kälber bestimmt ist, für Menschen abgefüllt werden kann“, fasst die Studentin zusammen. Genau dem möchte Schlagfix entgegenwirken und produziert vegane Ersatzprodukte wie Schlagcreme, Sprühsahne, Kaffeeweißer, Öl mit Buttergeschmack, Mayonnaise, Mascarpone, Nacho-Dip, Currywurst und seit neuestem eben auch den Eiersatz.

Aufmerksam wurde Johanna auf das Unternehmen über ein Uniseminar zum Thema Onlinemarketing. Nach Abschluss des Seminars wurde ihr dann sogar die Arbeit als Werkstudentin angeboten. Seitdem betreut sie die Social-Media-Kanäle des Unternehmens. Dafür erstellt sie Operationspläne, wann welche Werbung beispielsweise bei Instagram betrieben wird, schließt Kooperationen mit anderen Unternehmen ab und macht Bilder von Gerichten, die sie selbst gebacken oder gekocht hat. Ihr Schwerpunkt in Marketing, Management & Entrepreneurship des Masterstudiengangs Betriebswirtschaftslehre hilft ihr besonders bei der Arbeit. Beispielsweise gibt ihr das Grundwissen aus Marketing das Verständnis darüber, welche*r Kund*in sich für welches Produkt interessieren könnte und wie man diesen am besten darauf aufmerksam machen könnte.

Ihre Masterarbeit will die Studentin möglichst praxisnah gestalten und thematisch so wählen, dass die Aufgabenstellung mit der Marke Schlagfix kombiniert werden kann. Ihr Studium an der Uni Magdeburg wird sie im Wintersemester 2022/2023 beenden. „Ob ich danach in Magdeburg bleiben kann, wird sich zeigen – das hängt ja auch von meinem Arbeitgeber ab“, blickt Johanna in die Zukunft. „Jetzt freue ich mich aber erstmal, dass ich mit der Uni und Schlagfix eine Kooperation für das Backstudio der OVGU auf Instagram umsetzen und darüber noch mehr Praxiserfahrung sammeln kann.“

Autor:in: Aula Al-Dabbagh
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